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Sauberer Strom

Größter schwimmender Offshore-Windpark vor Schottland gestartet

Schwimmender Offshore-Windpark Kincardine Offshore Wind © Grupo Cobra
Schwimmender Offshore-Windpark Kincardine Offshore Wind © Grupo Cobra

Die Zukunft der Windkraft scheint sich immer mehr auf das Meer hinaus zu bewegen. Sowohl stationäre als auch schwimmende Offshore-Windparks werden immer zahlreicher. So soll beispielsweise der neue, schwimmende Offshore-Windpark namens „Wind Catcher“ die Technologie deutlich zugänglicher und billiger machen (wir berichteten). Nun ist jedoch eine schwimmende Anlage gestartet, die alle anderen in den Schatten stellt: „Kincardine Offshore Wind„. Sie hat eine Leistung von 50 Megawatt (MW) und befindet sich 15 Kilometer vor der Küste von Aberdeen, Schottland.

Offshore-Windpark „Wind Catcher“ soll die Windkraft revolutionieren

Jährlich 218 Gigawattstunden

Der Windpark besteht aus einer 2-MW-Turbine und fünf 9,5-MW-Turbinen des dänischen Herstellers Vestas. Er soll jährlich bis zu 218 Gigawattstunden an sauberem Strom erzeugen, genug um 55.000 Haushalte zu versorgen. Die Turbinen stehen auf dreieckigen Halbtaucherfundamenten, die mit jeweils vier Leinen auf dem Grund in 60 bis 80 Metern Tiefe verankert sind. Kincardine soll der erste schwimmende Windpark mit Turbinen sein, die stärker als neun MW sind.

Das in Madrid ansässige Unternehmen Cobra Wind war im Auftrag von Pilot Offshore Renewables für die Inbetriebnahme, das Engineering, den Entwurf, die Lieferung und den Bau des Windparks verantwortlich. Das Navantia-Windar-Konsortium in Spanien stellte die schwimmenden Windfundamente her. Sie wurden dann nach Rotterdam in den Niederlanden transportiert, wo die Windturbinen auf den Fundamenten montiert wurden.

Schwimmende Windparks könnten bald Offshore-Windanlagen ablösen

China holt bei Offshore-Wind auf

Schwimmende Windparks müssen sich nicht direkt an der Küste befinden. Weil sie auf dem offenen Meer schwimmen, gibt es wesentlich mehr Platz für sie als für die Pendants in Landnähe. Sie können durch ihre Position außerdem deutlich größere Windmengen empfangen. Eine Analyse des MIT sieht in solchen Anlagen mehr Potenzial für die Zukunft als bei den Windparks an Land und an der Küste (wir berichteten).

Laut einem Bericht der Organisation World Forum Offshore Wind produziert das Vereinigte Königreich mit einer Kapazität von 10,4 Gigawatt (GW) weltweit die meiste Offshore-Windenergie. Deutschland hat mit 7,7 GW in der ersten Jahreshälfte seinen zweiten Platz an China verloren. China erreichte 7,9 GW, da es in diesem Jahr bis Ende Juni 834 MW zubaute. Die Volksrepublik könnte dem Bericht zufolge bald auch Großbritannien überholen. Parks wie der vor Kincardine könnten aber den Vorsprung Großbritanniens ausbauen.

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