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Werbeetat

Greenpeace: EU fördert Bewerbung von Fleisch und Milch mit Millionen

Steak, Fleisch, Lebensmittel, Ernährung
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Vor ein paar Jahren sind sie noch regelmäßig über die Bildschirme geflimmert, heute ist das für Tabakwerbungen nicht mehr erlaubt. Einer aktuellen Aussendung der Umweltorganisation Greenpeace zufolge, wünschen diese sich auch eine ähnliche Entwicklung bei der Bewerbung von tierischen landwirtschaftlichen Produkten. Zumindest wenn diese Werbekampagnen mit öffentlichen Mitteln geschalten werden. Diese Forderung geht auf eine aktuelle Analyse von Greenpeace zurück. Laut dieser wurden in Jahren 2016 – 2020  252 Millionen Euro in die Bewerbung von Fleisch- und Milchprodukten gesteckt.

146 Mio. Euro für rein pflanzliche Produkte

32 Prozent des 776 Millionen schweren Werbebudgets für landwirtschaftliche Produkte der Europäischen Kommission sind in den Jahren 2016 bis 2020 in die Werbung von Fleisch- und Milchprodukten geflossen. Dies fördere eine wenig nachhaltige Ernährung in dem Staatenverbund, kritisiert Greenpeace.  „Anstatt Unsummen in die Bewerbung von klimaschädlichen Lebensmitteln zu stecken, muss die EU den Konsum von umweltfreundlichen, gesunden Produkten fördern”, so die Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace Österreich, Natalie Lehner. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum wurden 19 Prozent des Werbeetats, als 146 Millionen, in Kampagnen für rein pflanzliche Produkte investiert, so die Ergebnisse der aktuellen Analyse.

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Auch direkt in Österreich sähe es nicht besser aus, so Greenpeace. So erhielt Österreich rund sechs Millionen Euro europäische Werbemittel. Diese seien zu 45 Prozent für tierische Produkte verwendet worden, so die Ergebnisse der Analyse. 35 Prozent seien für pflanzliche und tierische Bio-Produkte verwendet werden worden und 20 Prozent, also 1,1 Millionen Euro, für rein pflanzliche Erzeugnisse.

Aus für Fleisch-Werbekampangen aus öffentlichen Mitteln gefordert

Die Umweltschutzorganisation fordert öffentliche Gelder nicht mehr für tierische Produkt, wie Milch und Fleisch, verwenden zu dürfen. “Die Tierhaltung ist einer der größten Treiber der Klimakrise. Mit tierischen Produkten aus industrieller Tierhaltung landen aber nicht nur Umweltzerstörung, sondern auch Tierleid, das Risiko für künftige Pandemien und Gesundheitsprobleme auf unserem Teller. Es ist unverantwortlich, dass die EU trotzdem Produkte wie Fleisch mit Millionenbeträgen aus Steuergeldern bewirbt“, so Lehner.

Laut Greenpeace überprüft die Europäische Kommission aktuell die Förderungen von EU-Agrarprodukten. Ein aktualisierter Vorschlag wird für Anfang 2022 erwartetet.

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