Digital Spenden

Good Deeeds: Caritas schafft gemeinsam mit Startup-Gründern Innovationsschmiede

Herz, Hände, Hilfe, Spenden, NGO, Social
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„Corona hat Spenden völlig verändert“, sagt Claudia Winkler. Die Banken haben teilweise zu und können keine Erlagscheine annehmen, die Kirchenkollekte fällt aus und Spendensammler können nicht mehr von Tür zu Tür gehen. Und das ist ein großes Problem, denn gespendet wird nach wie vor meistens von älteren Menschen.

„Das Spenden-Business ist kaum digitalisiert und erreicht junge Menschen nur schwer“, so Winkler, die sich schon immer viel mit dem Thema beschäftigt hat und nun eine der Mitgründerinnen von „Good Deeeds“ ist. Hinter der GmbH steckt die Caritas Wien, die hier gemeinsam mit Startup-Gründerinnen und -Gründern wie Winkler im Juni eine Innovationsschmiede geschaffen hat. Und binnen kürzester Zeit kann nun auch schon das erste Projekt von Good Deeeds am Markt reüssieren: wirhelfen.shop setzt die vielfach erprobte „Unser Experience“ erfolgreicher Online-Shops auf das Spenden um. Dort kann man unterschiedliche Dinge, die bedürftigen Menschen helfen in den „Warenkorb“ legen und so Gutes tun.

Wirhelfen.shop: Caritas macht Spenden so cool wie Online-Shoppen

Caritas, goood-Gründer und Spectosphere-Gründer

Claudia Winker hat vor einigen Jahren den Mobilfunker goood gegründet – dort gibt es Mobilfunktarife, die sich preislich kaum von anderen Anbietern unterscheiden, aber mit jedem Tarif wird auch für eine NGO der Wahl gespendet. Gegründet hat sich das Unternehmen gemeinsam mit Georg Woschnagg und Matthias Frenzl, die nun ebenfalls bei Good Deeeds an Bord sind. Ergänzt werden sie durch Markus Karwautz und Florian Schütz, die Gründer von Spectosphere, einem AI- und Blockchain-Startup, das vor allem bei der technischen Umsetzung neuer Projekte mithelfen kann. Den größten Teil an Good Deeeds hat aber die Caritas mit 24,9 Prozent inne.

Mobilfunker goood: Spenden ohne mehr zu Bezahlen macht Schule

NPO-Startup-Partnerships

Was in der Corporate-Welt längst zum Innovations-Alltag gehört, ist in der Welt der gemeinnützigen Organisationen noch nicht so etabliert: „NPO-Startup-Partnerships stehen noch relativ am Anfang“, so Winkler. Dabei ist es für beide Seiten ein Gewinn, ist die Unternehmerin überzeugt: „Impact-Startups haben oft ein Skalierungsproblem, da kann eine Partnerschaft mit einer großen Organisation einen deutlichen Unterschied machen“. Das ist auch bei dem Projekt wirhelfen.shop deutlich geworden.

Der Online-Shop für die gute Sache war binnen kürzester Zeit umgesetzt und zu einem guten Teil sei das der großen Freiwilligen-Community der Caritas zu verdanken gewesen. „Welches Startup hat schon die Chance, von Beginn an mit Tausenden Test-Usern zu arbeiten und so in wenigen Wochen ein aussagekräftiges A/B-Testing umzusetzen?“. Im November ist der Shop gestartet und acht Wochen später hatten einige Tausend Kunden rund 20.000 Produkte gekauft – durchschnittlich lag eine Spende bei mehr als 20 Euro.

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