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Globale CO2-Emissionen sind wieder dort, wo sie vor der COVID-Krise waren

© Jonny Gios on Unsplash
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Die Welt konnte 2020, als die Menschen sich in die Lockdowns begaben und die Straßen leer hinterließen, durchatmen. Doch die Verschnaufpause ist vorbei, wie neueste Zahlen der International Energy Agency (IEA) zeigen. Denn im Dezember 2020 war das Level der CO2-Emissionen bereits wieder über dem Niveau vom Dezember 2019 – und zwar ziemlich genau um zwei Prozent.

„Als die erste Welle der Pandemie unter Kontrolle gebracht wurde und die wirtschaftliche Aktivität gegen Mitte des Jahres zunahm, stiegen die Emissionen. Für den Rest des Jahres stiegen sie weiter an. Im Dezember 2020 waren die globalen Emissionen um 2 Prozent höher als im gleichen Monat des Vorjahres“, heißt es seitens IEA. Im November 2020 lagen die Werte noch etwa 2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

© IEA
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Während in der EU und der USA die CO2-Emissionen bis zum Dezember 2020 noch teilweise deutlich (bis zu fünf Prozent) unter dem Vorjahres-Niveau lagen, sind die Emissionen in den beiden nach Bevölkerung größten Ländern der Welt, China und Indien, wieder stark gestiegen. In China zeigt sich, dass die Emissionen seit dem April 2020 bereits wieder über dem Niveau des Vorjahres liegen, in Indien seit September 2020.

China seit April 2020 über Vorjahresniveau

„In China, dem weltweit größten CO2-Emittenten und dem ersten Land, das von der Covid-19-Pandemie betroffen ist, sanken die CO2-Emissionen im Februar um 12 Prozent im Vergleich zum gleichen Monat des Jahres 2019, da die wirtschaftliche Aktivität eingeschränkt wurde. Im April hob Chinas wirtschaftliche Erholung seine monatlichen CO2-Emissionen über das Niveau von 2019. Für den Rest des Jahres lagen die Emissionen in China im Durchschnitt 5 Prozent über dem Niveau von 2019“, heißt es seitens IEA.

© IEA
Entwicklung in China. © IEA

Verkehr ist der Hauptfaktor

Diese Nachrichten sind natürlich ein erheblicher Dämpfer für alle, die gehofft hatten, dass die COVID-Krise einen positiven Effekt auf das Klima hatte – die Verschnaufpause dauerte nur wenige Monate lang. Der Verkehr war der größte Faktor für die zeitweise gesunkenen CO2-Emissionen weltweit und machte satte 50 Prozent der Rückgänge aus. Allerdings hat sich das Mobilitäts-Niveau schnell wieder erhöht, und das drückt sich wieder in gestiegenen Emissionen aus.

„Da der Verkehr typischerweise etwa 60 Prozent der Ölnachfrage ausmacht und der Rückgang der Ölnachfrage den größten Anteil am Rückgang der Emissionen im Jahr 2020 hatte, ist die Erholung der globalen Verkehrstätigkeit ein wichtiger Indikator für die Erholung der globalen Ölnachfrage und der globalen CO2-Emissionen. In den Schwellenländern war die Erholung des Straßenverkehrs in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 einer der Haupttreiber für den Aufschwung der Emissionen“, so die IEA.

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