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FreyZein: „Warum ziehen sich Outdoor-Fans immer Plastik-Jacken an?“

Die Jacke von FreyZein gibt es ab Dezember © FreyZein
Die Jacke von FreyZein gibt es ab Dezember © FreyZein

Als sich bei seinem ersten Startup langsam der Erfolg einstellte, nahm sich Gründer Jan Karlsson erst einmal eine Auszeit. Er hatte direkt nach dem Studium das Getränke-Startup Makava mitgegründet und es geschafft, sich mit einem neuen Eistee in einem hart umkämpften Markt durchzusetzen – keine einfache Aufgabe. Nach einigen Monaten Wandern in Skandinavien und Surfen auf Teneriffa kam er trotzdem wieder unternehmungslustig zurück und wieder sollte es eine große Herausforderung sein: Nachhaltige Bekleidung.

FreyZein: Nachhaltige Outdoor-Jacken

„Auf meiner Reise habe ich mich oft gefragt: Warum ziehen sich Outdoor-Fans immer Plastik-Jacken an“, erzählt Karlsson im Gespräch mit Tech & Nature. Seine Antwort: Es fehle an Alternativen. Nachhaltige Outdoor-Bekleidung setze bisher auf Textilien, die nicht an die Leistung von Kunstfasern herankämen – vor allem, weil Naturtextilien eben saugen. Mit seinem neuen Startup FreyZein will er das ändern.

Ein Kindergartenfreund von Karlsson ist Materialwissenschaftler und hilft ihm dabei, ein neues Textil zu entwickeln, das den Anforderungen von Outdoor-Mode gerecht wird. Das erste Ziel sind Jacken und um noch heuer starten zu können, werden die vorerst nicht wasserdicht sein. Die erste Kollektion, die FreyZein im Dezember über eine Crowdfunding-Kampagne anbieten will, werde aus eng verwebter Bio-Baumwolle bestehen und dank einer Imprägnierung „wetterfest“ sein. Am 11.11. will das Startup die erste Kollektion präsentieren.

Das Team Von FreyZein © FreyZein
Das Team Von FreyZein © FreyZein

Patent für Oberflächentechnologie

Parallel zum Marktstart forscht das Startup an dem Kunststück, Naturtextilien wasserdicht zu machen und dabei möglichst wenige Ressourcen zu verbrauchen. Die Entwicklung werde von der EU gefördert und noch einige Monate dauern, erklärt Karlsson, der sich für die „Oberflächentechnologie“ auch ein Patent sichern will. Selbst der Reissverschluss werde biologisch abbaubar sein und die Knöpfe aus Kartoffelstärke bestehen. Für solche Details hat sich Karlsson viel Zeit genommen, um Hersteller zu finden – die Gummibänder aus Naturkautschuk, der in „wenigen Monaten“ verrottet, stammen von einer kleinen Firma in Berlin.

„Stehen auf Kreislaufwirtschaft“

Dem Gründer geht es aber nicht nur um natürliche Materialien. „Wir stehen auf Kreislaufwirtschaft und deshalb besteht unser Material aus Holzfaser, der auch alte Baumwollmaterialien hinzugefügt werden“. In der Produktion soll FreyZein möglichst wenig Müll verursachen. Karlssons Vision: Super umweltfreundliche Produkte mit kleinem climate impact“. Dass das seinen Preis hat, weiß er, mit der Nische Organic Outdoor glaubt er aber, ein dankbares Segment gefunden zu haben: „Für Outdoor-Kleidung ist man gewohnt, mehr zu bezahlen“. Ins „Luxussegment“ will er nicht vordringen – zum Start sollen FreyZein-Jacken 200 bis 300 Euro kosten.

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