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Forscher: Schlechte Aufforstungsprojekte können CO2-Ausstoß erhöhen

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Eine Vielzahl von Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, die eigene Klimaneutralität in den nächsten Jahren zu erreichen. Helfen sollen dabei oftmals auch Aufforstungsprojekte weltweit um den eigenen Emissionsausstoß zu verringern. Diese können bei der falschen Umsetzung allerdings auch das Gegenteil erreichen. Zu dem Ergebnis kamen nun, einem Bericht von BBC NEWS zufolge, Experten des Royal Botanic Gardens im britischen Kew. Um die Stolpersteine bei der Auswahl eines geeigneten Projektes zu vermeiden, haben diese daher nun 10 goldenen Regeln für die Baumpflanzung veröffentlicht.

Aufforstungsprojekte können mehr CO2 verursachen

Bäume pflanzen, aber richtig. Das ist die Quintessenz der aktuellen Studie der britischen Forscher, welche Ende Jänner in der Online Publikation Global Change Biology veröffentlicht wurde. Die von ihnen festgelegten Regeln sollten daher den Empfehlungen der Forscher nach, höchste Priorität für Staaten und Unternehmen bei der Planung von Aufforstungsprojekten haben. Die leitende Forscherin der Studie, Kate Hardwick gegenüber der BBC News: „Allzu oft werden natürliche Wälder, in denen es von Pflanzen, Tieren und Pilzen wimmelt, durch kommerzielle Plantagen mit reihenweise gepflanzten Holzbäumen ersetzt, die nach ein paar Jahrzehnten abgeholzt werden.“ Das kann sich dann aber auch gegenteilig auswirken. So können schlecht geplante oder ausgeführte Aufforstungsprojekte die CO2-Emissionen erhöhen und sich nachteilig auf die Artenvielfalt, der Landschaft und der Lebensqualität in der Region auswirken, schreiben die Forscher in ihrer Studie.

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Zehn goldene Regeln für das Bäume pflanzen

Um diese Entwicklung zu vermeiden, haben die Wissenschaftler die folgenden Regeln für Aufforstungsprojekte veröffentlicht:

  • Bestehende Wälder zuerst schützen
  • Lokale Bevölkerung in den Mittelpunkt von Baumpflanzungsprojekten setzen
  • Maximierung der Wiederherstellung der biologischen Vielfalt
  • Auswahl des richtigen Gebietes für die Wiederaufforstung
  • Falls möglich, eine natürliche Regeneration der Gebiete ermöglichen
  • Auswahl der Baumarten sollte Artenvielfalt zu maximieren
  • Verwendung von widerstandsfähigem Pflanzenmaterial (mit geeigneter genetischer Variabilität und Herkunft)
  • Vorausschauende Planung der Infrastruktur, Kapazität und Saatgutversorgung
  • Durch das Handeln lernen (unter Verwendung eines adaptiven Managementansatzes)
  • Wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Projekts sicherzustellen

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Ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit elementar

Wie die Forscher in ihrer Arbeit herausstellen, ist insbesondere die Einbeziehung der Einheimischen und die damit verbundene Sicherstellung der wirtschaftlichen Versorgung elementar für den Erfolg eines Projektes. Außerdem sollte der Schutz von bestehenden Wäldern immer die Priorität haben. „Was wir versuchen, ist, die Menschen zu ermutigen, wo immer es möglich ist, zu versuchen, Wälder wiederherzustellen, die den natürlichen Wäldern ähnlich sind und die einen mehrfachen Nutzen für die Menschen, die Umwelt und die Natur bieten, sowie Kohlenstoff binden“, so Hardwick. Den Fokus auf eine möglichst hohe Anzahl von gepflanzten Bäumen zu legen, ist somit, nach Ansicht der Forscher, nicht immer die nachhaltigste Lösung.

 

 

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