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Forscher: Kohlmeisen bei Klimaerwärmung vom Aussterben bedroht

©unsplash/ william c watts
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Das Leben in der Natur ist ein Kreislauf und die meisten Lebewesen sind Teil einer Nahrungskette. Bedingt durch die Evolution sind auch die Entwicklungszyklen der jeweiligen Lebewesen so aneinander angepasst, dass genug Nahrung vorhanden ist. Doch mit den immer schneller voranschreitenden Klimawandel geschehen Klimaveränderungen, die auch Veränderungen der Abläufe in der Natur mitsichbringen. Forscher der britischen Universität Oxford und der norwegischen Universität für Wissenschaft und Technik haben nun gemeinsam erforscht, wie sich die wärmeren Temperaturen auf das gut abgestimmte Verhältnis der Brutzyklen von Kohlmeisen und ihrer Nahrung der Falterraupen auswirken. 

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Kohlmeisen passen sich langsamer an Temperaturunterschiede an

1000 Falterraupen verfüttern die Kohlmeiseneltern pro Tag an ihre hungrigen Küken. Um diese Anzahl gewährleisten zu können, treten die Raupen dann am meisten auf, wenn die Vögel ihre Brutzeit haben. Die Falterraupen hingegen sind abhängig von den Eichenblättern, und haben so ihre Hochzeit im späten Mai bis in den Juni. Mit wärmeren Frühjahren blühen die Eichen allerdings früher und die Raupen schlüpfen somit schneller. Wie der Guardian berichtet, konnten die Forscher anhand verschiedener Modelle feststellen, dass die Vögel zwar im Stande sind sich an neue Voraussetzungen anzupassen, allerdings nicht in der Geschwindigkeit, wie sich im Moment die Temperaturen verschieben. Sobald die Eichenblätter 24 Tage früher als gewöhnlich wachsen, können die Kohlmeisen nicht mehr Schritt halten und haben dann zu wenig Futter, wenn sie es für ihre Brut bräuchten. 

Frühere Brutzeiten ermöglicht mehrmaligen Brüten im Jahr

Wie der Guardian berichtet, gibt es aber auch einige Vogelarten, welche von den Klimaveränderungen profitieren. So veröffentlichte der britische Forscher Dr. Humphrey Crick bereits Ende der 1990-er Jahre Beobachtungen, dass einige Vögel mit dem Brüten aufgrund der wärmeren Temperaturen früher beginnen. Er bemerkte bei vielen Arten, dass sich die Eiablage bereits um durchschnittlich neun Tage nach vorne verschoben hatte. Das kann für Vögel, welche mehrmals pro Jahr brüten, wie das Rotkehlchen und die Amsel von Vorteil sein. Auch profitieren einige andere Vogelarten von den milderen Wintern. 

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Lebensräume verschieben sich in den Norden

Ähnlich wie bei der Vegetation verschieben sich durch die Temperaturveränderungen auch die Lebensräume von einigen Vogelarten. Der aktuelle Europäische Brutvogelatlas zeigt, dass sich die Verbreitungsgebiete von europäischen Brutvögeln seit der ersten Erhebung in den 1980-er Jahren um durchschnittlich 28 Kilometer in den Norden verschoben haben. Das sind fast ein Kilometer pro Jahr. 

Forscher befürchten Populationszusammenbruch

Auch wenn somit einige Vogelarten von höheren Temperaturen profitieren können, hängt doch jedes Lebewesen von dem stabilen Gleichgewichtig zwischen Räuber und Futter ab. Die britischen und norwegischen Forscher warnen daher mit ihren Ergebnissen, dass die Kohlmeisenpopulation bei gleichbleibenden oder steigenden Treibhausgasemissionen und den damit verbundenen Temperaturanstiegen, zusammenbrechen könnte. Sie fürchten, dass die derzeitige Stabilität der Vogelpopulation, den von ihnen berechneten Trend verschleiern könnte.  

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