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Kultiviert aus Zellen

Forscher: Gezüchtetes Labor-Holz könnte illegalen Holzschnitt überflüssig machen

© Elizabeth Kay/ Unsplash
© Elizabeth Kay/ Unsplash

Das ist bisher neu. Das Fleisch im Labor gezüchtet wird, ist lange bekannt. Auch die Züchtung von Fisch aus Stammzellen wird nicht ausgeschlossen. Ein Forschungsteam des MIT arbeitet aber nun an etwas, das in der Öffentlichkeit so noch kaum Aufmerksamkeit gefunden hat. Aus Zellen von Pflanzen versuchen sie im Labor Pflanzengewebe zu züchten und so eine Alternative für die wachsende Nachfrage nach Holz zu stellen. In einem aktuellen Projekt konnten sie nun Pflanzengewebe künstlich kultivieren.

Holz in gewünschter Form züchten

Die Forschungsgruppe des MIT unter der Leitung von Luis Fernando Velásquez-García hat für ihre Forschungen Zellen aus den Blättern der Zinnienpflanze entnommen und diese Zellen dann in einem flüssigen Wachstumsserum kultiviert, wie das Onlinemagazin Reset berichtet.  Dort vermehren sich die Zellen dann. Mit dieser Herangehensweise gleicht das Prozedere auch der Kultivierung von In-Vitro Fleisch.

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Anschließend wurden die Zellen in eine Gelsubstanz übertragen und mit entsprechenden Plfanzenhormonen versehen. In dem aktuellen Projekt wurden Auxin und Cytokinin beigesetzt, welche die Produktion von Lignin, einem Hauptbestandteil von Holz, ermöglichen. In der aktuellen Veröffentlichung der bisherigen Forschungsergebnisse im Science Direct, wird als besonderes Argument für die Herstellung von Holz im Labor, die Möglichkeit der Produktion des Holzes in der finalen Ausgangsform genannt. So kann das Gel, in welchem sich die Pflanzenfasern befinden, als Gerüst fungieren und die Pflanzenfasern sollen so direkt in die Form hineinwachsen können, wie das Holz am Ende gebraucht wird. So könnte die Menge der Holzabfälle, welche durch den Zuschnitt entstehen, verringert werden, so das Argument der Forscher.

So wird aus einer Zelle im Labor Holz ©Ashley L. Beckwithab, Jeffrey T. Borensteinb, Luis F.Velásquez-García
So wird aus einer Zelle im Labor Holz ©Ashley L. Beckwithab, Jeffrey T. Borensteinb, Luis F.Velásquez-García

Nachfrage nach Holz hoch

Das intakte Wälder eine unverzichtbare Rolle für die CO2-Kompensation spielen, ist ein unbestreitbares Argument. Bäume sind wichtige CO2-Speicher. Im Gegensatz  zur Fleischproduktion, welche für 15 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, ist der verstärkte Anbau von Bäumen nicht unbedingt schädlich für das Klima.

Durch die wachsende Nachfrage nach Holz, sind allerdings illegaler Holzschnitt in intakten Wäldern oder Holzplantagen, welche in unnachhaltigen Monokulturen angebaut werden, ein Problem. Durch die Produktion von Holz im Labor, könnte so die Nachfrage nach Holz bedient werden und andere Nutzwälder könnten sich wieder erholen, so die Forscher des MIT.

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Forschung steht am Anfang

Bis es soweit ist, wird es aber noch eine geraume Zeit dauern. Bisher seien die Forschungen am Anfang und noch weit von einem Markteintritt entfernt, so die Forscher. Auch räumen sie ein, das es bisher nicht klar ist, ob der vermehrte Energieaufwand den dieses Holz bräuchte zum Wachsen im Labor, die Emissionseinsparungen durch wegfallende Transporte und Zuschnitte ausgleichen kann. Ob also der Holztisch in Zukunft im Labor gezüchtet wird, ist bisher eher ungewiss.

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