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Forscher: CO2-Steuer könnte 740.000 Tonnen weniger Emissionen bewirken

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Für Verkehrsmittel, die seit dem 01. Oktober 2020 in Österreich zugelassen wurden, wird in die motorbezogene Versicherungssteuer (mVSt) der Co2-Ausstoß der zu besteuernden Verkehrsmittel mit einberechnet. Einer Einschätzung des ÖAMTC werden dadurch die laufenden Kosten für Co2-intensive Autos, wie Vans oder SUVs zumeist teurer. Für 2022 ist nach Aussagen der Klimaministerin Leonore Gewessler (Die Grünen) die Einführung einer CO2-Steuer in Österreich geplant.

25 Euro pro Tonne CO2

In Deutschland war das bereits heuer der Fall. Seit dem ersten Jänner fallen 25 Euro pro verursachter Tonne CO2 für Unternehmen an, wenn sie Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas verkaufen. Das wirkt sich somit auch auf die Preise der Verbraucher aus. Das deutsche RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat in einer Studie nun untersucht, wie sich die Preiserhöhungen von Benzin und Diesel auf das Fahrverhalten und damit auch auf die CO2-Emissionen auswirken könnten. Das Ergebnis: 740.000 Tonnen weniger Emissionen durch PKWs könnten jährlich durch die neue CO2-Steuer erreicht werden.

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Kraftstoffverbrauch sinkt bei höheren Benzinpreisen

Für ihre aktuelle Studie haben die Forscher Daten des Deutschen Mobilitätspanels von 2004 – 2019 untersucht.  Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass bei einer zehn prozentigen Erhöhung des Benzinpreises, die gefahrenen Kilometer um rund 2,5 Prozent zurück gegangen sind. Der Kraftstoffverbrauch pro Kilometer ist allerdings gestiegen. Einer Schätzung der Studienautoren zufolge, ist das wahrscheinlich auf ein veränderendes Fahrverhalten zurückzuführen, etwa der Verzicht auf lange Fahrten bei gleichbleibender Anzahl kraftstoffintensive Kurzstrecken in der Stadt. Insgesamt konnte bei einer zehnprozentigen Preiserhöhung des Benzinpreises aber auch in dem Bereich ein sinkender Kraftstoffverbrauch um rund 2,3 Prozent verzeichnet werden.

Reduktion gleicht Stilllegung von 360.000 Fahrzeugen

Durch die nun eingeführte CO2-Steuer in Deutschland erhöht sich der Benzinpreis um rund fünf Prozent, was der Studie zufolge, zu einem jährlichen Rückgang der gefahren Kilometer  von 1,25 Prozent führen könnte. Dadurch prognostizieren die Forscher einen erheblichen Einfluss der CO2-Steuer auf die jährlichen CO2-Emissionen in Deutschland. So gehen sie von einer CO2-Reduktion um mindestens 740.000 Tonnen aus. Das entspräche ca. 0,8 Prozent der deutschen PKW CO2-Emissionen und wäre vergleichbar mit dem Effekt, den eine Stilllegung von 360.000 Fahrzeugen bedeuten würde.

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55 Euro Co2-Steuer für 2025 geplant

Für das Jahr 2025 ist eine Erhöhung der CO2-Steuer von heute 25 Euro pro Tonne verursachten CO2 auf 55 Euro geplant. Für den Fall rechnen die Forscher mit einer Reduktion der Emissionen um mindestens 1,62 Millionen Tonnen CO2, was dann 1,7 Prozent der gesamten PKW-Emissionen entspräche oder der Stilllegung von rund 790.000 Fahrzeugen.

Kaum Einfluss auf Diesel-Kraftfahrzeuge

Interessanterweise konnten die Forscher bei den Nutzern von Dieselkraftfahrzeugen keine signifikante Verringerung der Fahrleistung oder des Kraftstoffverbrauches durch eine Preisveränderung feststellen. Ihrer Annahme nach, könnte das auf die häufige Nutzung von Dieselautos bei erhöhtem Fahraufkommen aufgrund von beruflichen oder familiären Umständen zurück zuführen sein. Eine Reaktion auf höhere Dieselpreise ist für meisten Fahrer oftmals kaum möglich.

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Langfristig Veränderungen des Fahrverhaltens zu erwarten

Auf lange Sicht gehen die Studienautoren trotzdem von feststellbaren Veränderungen aus, RWI-Umweltökonom Colin Vance: „Unsere Studie zeigt, dass die CO2-Steuer im Verkehrssektor die Emissionen reduzieren dürfte. Allerdings wird die Wirkung vermutlich zunächst nur moderat sein, unter anderem, weil Dieselfahrer kaum auf Preisänderungen reagieren. Langfristig dürften höhere CO2-Steuern aber dazu führen, dass Menschen ihr Fahrverhalten anpassen oder auf andere Verkehrsmittel umsteigen.“ Der tatsächliche Einfluss der CO2-Steuer wird sich also erst in den nächsten Jahren zeigen. Ein Schritt in Richtung Mobilitätswende ist somit, der Studie zufolge, jedenfalls getan.

 

 

 

 

 

 

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