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Universität Swansea

Forschende in Wales stellen Solarzellen zum Drucken und Ausrollen her

© Swansea University
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Solarzellen sind wahrlich nichts Besonderes mehr, an ihren Anblick haben sich die meisten Menschen längst gewöhnt. Doch in Wales zeigt die Universität von Swansea auf, dass es sehr viele Möglichkeiten gibt, wie Solarzellen aussehen können. Das Gebäude der Universität, das zum Informations- und Wissensprojekt mit dem Namen Specific gehört, versorgt sich selbst mit einigen der neuesten Innovationen im Bereich der Solarenergie. Unter der Leitung von Dave Worsley, Leiter des Instituts für Materialwissenschaft und -ingenieurswesen, werden hier nämlich neue Designs von Solarpaneelen entwickelt, wie etwa die BBC berichtete.

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Druck- und ausrollbare Solarzellen

Eine der entwickelten Modelle ist eine Solarzelle, die wie eine Art Matte aus- und eingerollt werden kann. „Sie sind leicht weniger effizient als gewöhnliche Solarzellen“, erklärt Joanna Clarke, Architektur- und Design Managerin an der Universität Swansea, an der Südküste von Wales, gegenüber der BBC. „Aber die Tatsache, dass man mit ihnen ein komplettes Dach bedecken kann, ist einer ihrer großen Vorteile. Sie arbeiten auch sehr gut unter schlechten Lichtverhältnissen. Sind also ideal für den Gebrauch in Großbritannien und in der nördlichen Hemisphäre.“

Solarzellen zum Ausrollen sind an sich schon ein ungewöhnlicher Anblick. Doch das ist nicht alles, was die Forschenden entwickelt haben. So stellen sie in ihrem Labor mit dem Drucker etwa Solarzellen her, die auf verschiedene Materialien geklebt werden können. Die ausgedruckten Solarzellen erinnern dabei an alte Fotonegative. „Sie sind tatsächlich sehr ähnlich zu Fotofilm oder Film, mit dem man einen Film dreht. Es besitzt jedoch eine leitende Schicht, sodass die Solarenergie gesammelt werden kann, die die Solarzelle generiert“, so Worsley. „Die Idee ist, diese neuen Materialien an die Außenfassaden von Gebäuden anzubringen“. Von den gedruckten Solzarzellen gibt es etwa auch halb-transparente Versionen, die sich etwa an Glasfassaden anbringen lassen und dort Lichteinfall dennoch ermöglichen.

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Potenzial für ländliche Regionen

Das Material ist laut den Forschenden flexibel einsetzbar und kann etwa auch auf kurvigen Dachstrukturen eingesetzt werden. „Du installierst die Solarzelle nicht auf einem Dach, sondern du machst aus dem Dach eine Solarzelle“, erklärt Worsley den Grundgedanken für ihre Entwicklung. Die Effizienz liegt laut dem Forscher etwa in der gleichen Größenordnung wie die ausrollbaren Solarzellen. Allerdings seien die Kosten für die druckbaren Solarzellen deutlich niedriger.

Durch die neuen Typen von Solarzellen, die an der Swansea Universität entwickelt werden, können nahezu alle Gebäudearten zu Solaranlagen werden. Durch die Flexibilität der Solarzellen erhoffen sich die Forschenden, auch ländlichen Gebieten den Zugang zu Solarstrom zu verschaffen. Die Universität nutzt den aus seinen eigenen Innovationen produzierten Solarstrom bereits selbst. Über den Campus hinaus ist die Technologie noch nicht gewandert. Doch für den Energiesektor sind die neuartigen Konzepte zumindest vielversprechend.

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