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Menstruation

Female Company: Startup will Tabuthema Periode in Österreich brechen

Das Team des Startups ©Female Company
Das Team des Startups ©Female Company

Sie wollen ein Tabu brechen. Dass es noch eines ist, kennen wohl die meisten Frauen. Die zwei Gründerinnen des deutschen Startups Female Company thematisieren die Periode der Frau. Umschreibungen für den all monatlichen Zyklus á la „Erdbeerwoche“ gibt es einige, tatsächlich über die Thematik in der Öffentlichkeit reden mag aber kaum einer. Ann-Sophie Claus und Sinja Stadelmaier hingegen schon. Inzwischen bietet das Startup eine bereite Produktpalette von Bio-Tampons, bis Bio-Binden oder Menstruationstassen an. Seit November 2020 produzieren sie ihre Bio-Tampons bei Wien. Jetzt soll nun endgültig auch der österreichische Markt erreicht werden.

Ausgeschlossen wegen Menstruation

Auf die ungewöhnliche Geschäftsidee kamen die beiden Freundinnen auf einer gemeinsamen Reise nach Indien. Dort ist ihnen aufgefallen, dass die Menstruation für Frauen eine enorme gesellschaftliche Einschränkung bedeutet – zum Beispiel dürfen Frauen während ihrer „Periode“ keine heiligen Stätten betreten. Aber  ein Tabuthema ist die Periode nicht nur in der Fremde, so die Gründerinnen: „Auch in Deutschland gehen wir noch komplett verklemmt damit um.“ Zurück daheim ließ sie das Thema nicht mehr los und sie stellten beispielsweise auch fest, dass bei Periodenprodukten keine transparenten Inhaltsstoffangaben verpflichtend sind.

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Bio-Tampons im Abo-Modell

Ihre eigenen Angaben nach sind sie das erste Unternehmen, dass Bio-Tampons im Abo-Modell anbietet. Je nach Bedarf bekommen die Kundinnen ihre Produkte regelmäßig nachhause geliefert. Im Schnitt liegen die Kosten dafür bei drei Euro monatlich plus Versandkosten, bei der ersten Bestellung kommt einmalig eine Gebühr für eine entsprechende Aufbewahrungsbox hinzu. Im Gegensatz zu anderen Produkten ist die Baumwolle für ihre Tampons frei von Chemikalien und Pestiziden angebaut worden, so das Startup. Die Folie um die einzelnen Tampons besteht aus kompostierbarem Cellophan.

Ann-Sophie Claus und Sinja Stadelmaier sind mit ihrem Startup auch politisch aktiv. Und zwar sehr erfolgreich. So haben sie sich in Deutschland gemeinsam mit Aktivistinnen gegen die hohe Steuer auf Periodenprodukte eingesetzt und im Jänner 2020 wurde die Steuer tatsächlich von 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt. In Österreich liegt diese weiterhin bei 20 Prozent. Auch ihre Erfahrungen aus Indien haben die Gründerinnen nicht vergessen. Das Abo ist mit einem Sozialprojekt verknüpft – pro Boxkauf wird eine waschbare Stoffbinde für Frauen in Indien gespendet.

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„Periode ist nur der Anfang“

„Jetzt wollen wir endlich auf den österreichischen Markt“, so die Gründerinnen. Von ihren laut eigenen Aussagen 50.000 Kundinnen seien 10 Prozent aus Österreich. Das soll sich ändern. Auch bei der bisherigen Produktpalette, von den Tampons aus Bio-Baumwolle in biologisch abbaubarem Cellophan, über Menstruationstassen, Periodenunterwäsche hin bis zu Wochenbettprodukten für Frauen nach der Geburt, soll es nicht bleiben. Beschränken wollen sich die beiden Gründerinnen auf das Tabuthema der Periode nicht, sagen sie:“Die Periode ist nur der Anfang!“ Es bleibt also spannend rund um die Female Company.

Die Gründerinnen von der Female Company treten am 06. April ab 20:15 Uhr bei der Startup-Show 2 Minuten 2 Millionen vor die Investoren-Jury. Mehr Infos finden sich hier:

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