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Event „Purpose, Profit, People“: So geht es Social Businesses in Österreich

Tech & Nature Let's Socialize, Purpose, Profit, People

„Find your purpose and you will find more profit and better people“, sagt Unternehmer Matteo Landi. Aber wie kann man seine Sinnbestimmung finden? Ihm ist das nach einem schweren Motorradunfall gelungen – er zog nach Äthiopien und arbeitet lange für die Vereinten Nationen. Und mann kann seinen „purpose“ immer wieder neu definieren, erklärt der gebürtige Italiener in seiner Keynote auf dem Event „Purpose, Profit, People“ von Tech & Nature. Nach seiner Karriere bei der UNO ist er selbst Unternehmer geworden: Social Entrepreneur. „Unternehmen können wirklich einen großen Impact haben“, sagt Landi – doch was braucht es dazu? Um diese Frage ging es auf dem Event, das aus dem Wiener Talent Garden live übertragen wurde.

Wirkung kann man auch messen

Social Businesses sind Unternehmen, die ihren Impact in den Vordergrund stellen, dabei aber auch profitabel sind. „Auch wir haben die schwarze Null als Ziel und bei uns gibt es den Bonus, das mit einer sozialen Verantwortung zu tun“, erklärt Georgi Lossmann-Iliev von Magdas Recycling und Reinigung, einer Social-Business-Tochter der Caritas. Damit stehen auch andere Kennzahlen im Vordergrund und jedes Impact-Unternehmen finden einen anderen Weg, sie zu messen.

Bei Magdas sind es Menschen aus den definierten Zielgruppen, die wieder eine Beschäftigung haben – etwa Langzeitarbeitslose oder Menschen mit Fluchthintergrund. Bei Semina, einem jungen Startup, das nachhaltige Kochstellen für Entwicklungsländer baut, wird die Wirkung unter anderem direkt über Sensoren gemessen, die in den Kochstellen verbaut sind. „Dadurch können wir messen, wieviel CO2 eingespart wird und ermöglichen den Nutzern eine zusätzliche Einkommensquelle über Zertifikate für CO2-Offsetting“, erklärt Gründer Michael Keinrath.

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Impact kommt auch bei Investoren an

Während Impact Businesses in der Vergangenheit oft belächelt wurden, ist das Thema mittlerweile durchaus auch bei Geldgebern angekommen, vor allem bei Investoren. „Auch wenn Österreich ein bisschen hinterher hinkt, Impact Investing kommt ins Rollen“, sagt Kambis Kohansal Vajargah, der gerade die Rolle des „Head of Startup Services“ in der Wirtschaftskammer Österreich übernommen hat. In der Kammer will er sich auch für Social Businesses stark machen – viele davon sind gleichzeitig Startups.

Zwischen GmbH und Verein

Eines der Themen, die die Szene beschäftigt, ist die richtige Gesellschaftsform. Vor allem bei Förderungen kann das entscheidend sein: „Wir haben in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass wir teilweise zu business waren und teilweise zu social um gefördert zu werden“, erzählt Lossmann-Iliev, dessen Unternehmen eine GmbH im Eigentum eines gemeinnützigen Vereins ist. Als Verein werden viele Social Businesses gestartet – viele Unternehmensförderungen sind aber GmbHs vorbehalten. Auf der anderen Seite dürfen gemeinnützige Stiftungen wiederum nur Vereine unterstützen.

Ob es eine eigene GmbH für Social Businesses braucht? Elke Pichler von dem Startup Impactory, das sich auf digitales Spenden-Fundraising spezialisiert hat, sieht das eher als „Krücke“ für Unternehmen, die eigentlich sehr gut laufen können: „Es gibt die gemeinnützige GmbH, aber unsere Steuerberaterin hat uns damals abgeraten“, erzählt die Mitbegründerin einer klassischen GmbH.

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Impact-Business in die Breite tragen

Wünsche an die Politik gibt es dennoch: Neben steuerlichen Erleichterungen müsse das besonders für ganz junge Social Businesses ein einfacherer Zugang zu Förderungen sein, waren sich alle Teilnehmer der Podiumsdiskussion einig. Einen weiteren Wunsch an die Wirtschaftskammer, das Thema mehr in die Breite zu tragen, nahm Kohansal Vajargah gerne auf: „Jetzt nicht mehr an Impact zu denken, wenn man ein Business aufmacht, ist fehl am Platz, egal in welcher Branche“.

Im Anschluss sorgte DJ Sebastian Gruber von Firefly Club noch für Stimmung für die Speaker vor Ort und die Zuseher via Twitch. Der Verein bildet Menschen mit Behinderung zu DJs aus und vermittelt Auftritte auf Events und Firmenveranstaltungen.


Trending Topics hilft dir gerne bei der Umsetzung deines Hybrid-Events! Alle Infos dazu findest du hier.

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