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EU fördert Entwicklung von Labor-Fleisch

Labor
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Die EU fördert erstmals ein Forschungsprojekt, in dem es um die künstliche Züchtung von Fleisch im Labor geht. Labor-Fleisch gilt als Zukunftshoffnung für eine umweltfreundlichere Lebensmittelproduktion. Insbesondere Rindfleisch verursacht in der Produktion eine große Menge an Treibhausgasen, die durch eine künstliche Züchtung wegfallen würde. Das Projekt „Meat4All“ sieht die Förderung von 1,9 Millionen Euro aus dem Topf „Horizon 2020“ als Signal, dass die EU Labor-Fleisch grundsätzlich fördern will, berichtet das Magazin TechCrunch.

Fleisch aus dem Bioreaktor

Laborfleisch wird typischerweise aus Stammzellen von Nutztieren gezüchtet. Sie werden auf ein Trägergerüst aufgetragen und in einem Biorektor mit einem Nährmedium versorgt, sodass sie sich vermehren und beispielsweise Fleisch aus Muskelfasern bilden. Zu den größten Startups in diesem Bereich gehören Memphis Meats aus den USA oder Mosa Meat aus den Niederlanden.

Bisher hat es Laborfleisch vor allem aufgrund der hohen Produktionskosten noch nicht zur Marktreife gebracht. Dennoch befinden sich mittlerweile viele Startups im Rennen, denn das Marktpotenzial wird als hoch eingeschätzt: Das Marktforschungsunternehmen Markets and Markets prognostiziert den Marktwert für Fleisch aus dem Bioreaktor im Jahr 2021 auf 15,5 Millionen Dollar und schätzt, dass dieser bis 2027 auf 20 Millionen Dollar steigen könnte.

Bill Gates investiert in Labor-Fleisch aus Tierzellen

Meat4All peilt 6 Euro pro Kilo an

An dem nun geförderten europäischen Forschungsprojekt „Meat4All“ sind gleich mehrere Unternehmen beteiligt. Geleitet wird das Projekt von der spanischen Firma BioTech Foods, die seit 2017 an „Ethicameat“ aus Schweinefleisch-Zellen arbeitet. Teil des Consortiums ist auch die französische Firma Organotechnie, ein BioTech-Unternehmen, das unter anderem auf Zellkulturen spezialisiert ist, und die portugiesische Nobre Alimentacao.

In dem Forschungsprojekt soll intensiv an der Marktreife von Laborfleisch gearbeitet werden. Es geht einerseits darum, die Produktion von wenigen Kilogramm auf Tonnen zu skalieren, aber auch um Geschmackstests, um die Akzeptanz bei Käuferinnen und Käufern zu erhöhen. Das Ziel ist es, bis 2023 rohes Fleisch zu einem Preis von 6 Euro pro Kilogramm auf den Markt zu bringen.

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