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Globaler Klimastreik in Wien

Der Freitag ist zurück – Nachgefragt: Was wäre der erste Punkt, der zu ändern wäre?

Zahlreiche Menschen folgten dem Aufruf zum Klimastreik ©Tech & Nature
Zahlreiche Menschen folgten dem Aufruf zum Klimastreik ©Tech & Nature

Ja es gibt sie noch. Der 19. März 2021 ist der 7. globale Klimastreiktag. Dieser erreichte auch Österreich und in den großen Städten mobilisierte die Umweltbewegung Fridays For Future zum gemeinsamen Gang auf die Straßen. Das Ziel heute ist das selbe, welches zur Gründung der Bewegung geführt hat: Die Politik zu mehr Engagement im Angesicht der „Klimakrise“ aufzufordern. Dafür fordert die Bewegung konkret ein starkes Klimaschutzgesetz und eine schnelle Umsetzung der ökosozialen Steuerreform, so Fridays For Future Austria in einer Aussendung.

Menschenkette in Wien

In Wien war heute mehr Stillstand als Bewegung das Thema. In der Landeshauptstadt riefen die Veranstalter zu einer corona-konformen Menschenkette auf. Wie Perlen aufgefädelt  auf einer Kette, versammelten sich den Angaben von Fridays For Future zufolge tausende Menschen verbunden an einer langen Schnur auf der Wiener Ringstraße. Gesperrt für Autos, wurde die sonst so befahrene Straße so heute zum Podium, Bühne und Treffpunkt. Neben Menschen aller Altersklassen, nutzen auch eine Vielzahl von Organisationen bei durchwachsenem Wetter die Change des globalen Streiks. Mit dabei unter anderem Omas gegen Rechts, Global 2000 oder auch die aktivistische Umweltgruppe Extinction Rebellion.

Die Aussagen auf den Schildern der Teilnehmenden waren dabei so divers wie sie selbst. Wir haben einige von ihnen befragt. Die Ausgangsfrage war dabei immer die selbe: „Wenn Du eine Sache verändern könntest, was wäre das?“

Christine Kamelreiter

Christine Kamelreiter ©Tech & Nature
Christine Kamelreiter ©Tech & Nature

„Das wichtigste ist es, das Bewusstsein der Menschen zu erreichen. Dafür brauchen wir die richtigen Ausdrücke, nicht immer von Klimakampf oder ähnliches zu sprechen, sondern es stattdessen Klimaerholung zu nennen. Es müssen kleine Schritte Stück für Stück getätigt werden und erreichbare Projekte genannt und umgesetzt werden. Das nicht nur in der Theorie, sondern in der Praxis.“

Anna Conradi

Anna Contradi (links) und ihre Begleiterinnen ©Tech & Nature
Anna Conradi (links) und ihre Begleiterinnen ©Tech & Nature

„Ich bin heute hier um gegen Ungleichheiten vorzugehen. Die Klimakrise fördert auch die soziale Ungleichheit. Wenn ich eine Sache ändern könnte, würde ich Wien autofrei machen, abgesehen von Taxen. Dafür würde ich mehr in die Öffis, Fahrräder und Scooter investieren für die Mobilität in der Stadt. Für die Pendler würde ich Carsharing und Carpooling mehr unterstützen, sodass diese bis an die Stadt kommen. „

Thomas Zauner

Thomas Zauner ©Tech & Nature
Thomas Zauner ©Tech & Nature

„Ich bin heute hier weil es einfach wichtig ist. Wenn ich eine Sache sofort ändern könnte, würde ich den Klimaschutz in die Verfassung aufnehmen. Darauf aufbauend können dann andere Gesetze verabschiedet werden, welche die Politiker zu konkreten Handlungen zwingen. Ich bin happy, dass der Antrag zum Klimavolksbegehren letzte Woche von den Regierungsparteien beschlossen wurden. Jetzt muss er nur noch auch im Nationalrat durchkommen.  Aber ich denke eher schon, dass das was wird.“

Lidia Brandenburg

Lidia Brandenburg ©Tech & Nature
Lidia Brandenburg ©Tech & Nature

„Ich möchte nicht, dass sich das Klima weiter erwärmt. Ich bin sehr motiviert, wenn ich sehe wie viele andere Menschen auch heute hier sind. Wenn ich könnte, würde ich dafür sorgen, dass keine Flugzeuge oder Schiffe, welche mit fossilen Treibstoffen fahren, unterwegs sein dürfen.“

Mara Weiß

Mara Weiß (rechts) und ihre Begleiterinnen ©Tech & Nature
Mara Weiß (rechts) und ihre Begleiterinnen ©Tech & Nature

„Ich finde nicht nur Klimaschutz wichtig, sondern vor allem Klimagerechtigkeit. Einer aktuellen Oxfamstudie nach, verursachen die zehn reichsten Prozent der Menschen mehr als 50 Prozent der globalen Emissionen. Ich finde Klimaschutz und Klimagerechtigkeit müssen deswegen Hand in Hand gehen. Ich würde den Indikator für Wohlstand ändern, wenn ich eine Sache sofort ändern könnte. Jetzt wird dieser ja mit dem Bruttoinlandsprodukt gemessen. Würde der Wohlstand anderes bemessen, würden die Politiker auch andere Maßnahmen priorisieren. Das fände ich wichtig.“

 

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