Social Innovation

Studie: “Unternehmen, die von Frauen gegründet wurden, sind stabiler“

In Österreich sind Frauen in der Startup-Szene zwar noch unterrepräsentiert, aber es werden mehr. Der Anteil weiblicher Gründerinnen ist seit von 2018 auf 2019 laut Austrian Startup Monitor von 12 auf 18 Prozent gestiegen, außerdem findet sich mittlerweile jedem dritten Gründerteam eines Startups zumindest eine Frau.

Macht es aber einen Unterschied, ob eine Frau oder ein Mann gründet? „In den vergangenen 15 Jahren haben die Frauen um 15 Prozentpunkte bei den Unternehmensgründungen aufgeholt und heute haben wir ein fast ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Auffallend ist aber, dass Frauen später gründen, weniger Risiko eingehen, aber die von ihnen gegründeten Unternehmen länger Bestand haben und ertragreicher sind“, so Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand Erste Bank, zu der Entwicklung. “Unternehmen, die von Frauen gegründet wurden, sind stabiler. Die Lebensdauer ist länger und die Profitabilität ist langfristig höher.”

Die erste Bank ist im Bereich Unternehmensneugründungen sehr engagiert. Neben den GründerCentern gibt es mit der #glaubandich-Challenge, der Startup Academy oder dem i2b Businessplan-Wettbewerb eine ganze Reihe an Initiativen und Programmen, die Gründer unterstützen.

Frauen denken Familie gleich mit

Schaufler bezieht sich bei seiner Analyse auf neue Zahlen, die das Marktforschungsinstitut IMAS für die Bank in einer Befragung von 400 Unternehmerinnen und Unternehmern erhoben hat. „Zwar stehen die Themen Selbstbestimmung und höherer Verdienst sowohl bei Männern mit 45 Prozent als auch Frauen mit 31 Prozent im Vordergrund, aber Frauen denken das Thema Familie gleich mit“, so Karin Kiedler, Leiterin der Marktforschung der Erste Bank. „Während für nur 13 Prozent der Männer Flexibilität und bessere Vereinbarkeit mit der Familie ein starkes Motiv ist, so sind es bei Frauen 23 Prozent.“

Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand Erste Bank. © Erste bank
Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand Erste Bank. © Erste Bank

Frauen bereiten sich aufs Unternehmertum akribischer vor als Männer. “Wir haben gesehen, dass sich Frauen sehr intensiv mit den Gefahren auseinander setzen. Auf ihrem Weg der Selbstständigkeit sind Frauen sehr offen für Input von außen, um sich sattelfest aufzustellen”, so Kiedler weiter. Gründerinnen seien sehr selbstkritisch und würden sehr genau wissen, wo ihre Schwächen liegen. “Das ist ein Vorteil für Frauen, weil sie sich dann sehr frühzeitig Experten holen, die ein Thema übernehmen.” Diversität im Team gilt heute mittlerweile als Erfolgsfaktor. Kiedler: „Zunehmend wird Diversität als Asset gesehen und das spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Auch bei uns im GründerCenter wird jedes zweite Unternehmen von einer Frau gegründet.“

Gründerinnen planen mit halb so viel Finanzierung

Dass Frauen als nachhaltigere Gründerinnen hervortreten, hat auch damit zu tun, dass sie besonders viele Einzelunternehmen in Bereichen wie Pflege oder Handel und Gewerbe gründen. In risikoreicheren Branchen wie Technik, IT oder Life Sciences sind weibliche Gründerinnen weiterhin unterrepräsentiert. Das zeigt sich auch bei der Planung des benötigten Kapitals. Gründerinnen planen laut der IMAS-Umfrage nur halb so viele Finanzierungen ein wie ihre männlichen Kollegen – meist auch deshalb, weil sie kleinere Unternehmen gründen. Männer planen im Schnitt mit fast doppelt so hohem Finanzierungsvolumen wie Frauen.

„Interessant ist aber das Faktum, dass letztendlich dann 29 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen eine Finanzierung haben“, so Schaufler. „Daran sieht man, dass es nach der Gründung bei diesem Thema kaum einen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt.“

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