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Energieziel für 2030 kann nur durch Zusammenarbeit der Bundesländer erreicht werden

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Der Ausbau der Erneuerbaren Energien für 100 Prozent erneuerbaren Strom bis 2030 in Österreich ist keine Aufgabe, die jedes österreichische Bundesland für sich allein bewältigen kann. Daher auch der Bedarf nach einer länderübergreifenden Gesetztesgrundlage. Wie wichtig eine gute Kooperation zwischen dem Bund und den einzelnen Ländern ist, zeigt jetzt auch eine aktuelle Studie auf. Diese wurde von der Österreichischen Energieagentur im Auftrag der IG Windkraft, von Photovoltaic Austria, Kleinwasserkraft Österreich und des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) durchgeführt. Mit dem Ergebnis. Die Anfänge sind gut, aber es ist noch deutlich Luft nach oben.

Emissionsziele für 2020 nicht erreicht

Für die aktuelle Studie hat die Österreichische Energieagentur die Klima- und Energiestrategien der österreichischen Bundesländer untersucht. Demnach hat Österreich bis 2019 nur 11 Prozent der Treibhausgasemissionen einsparen können und hat damit das Ziel für 2020 mit einer Einsparung von 16 Prozent der Treibhausgasemissionen nicht erreicht. Für das bisherige Ziel bis 2030 36 Prozent weniger Treibhausgase zu produzieren als noch im Jahr 2005 seien bisher weniger als ein Drittel erreicht, so die Österreichische Energieagentur. Im Nicht-Emissionshandel, also die Bereiche ohne Industrie und Energieerzeugung, konnten die Bundesländer ihre Treibhausgasemissionen  im Vergleich zu 2005 senken.

Im Vergleich zu 1990 hätten die Treibausgasemissionen in den letzten Jahren hingegen bundesweit 4 Prozent höher gelegen. Am meisten gestiegen sind sie im Burgenland (+19 Prozent) und Tirol (+18 Prozent). Am meisten verursacht Oberösterreich, wie auch schon 1990.

 

page5image979617840 ©Österreichische Energieagentur

Emissionen im Gebäudebereich gesunken

Aber auch positive Ergebnisse konnten in der Analyse fest gestellt werden. „Die Reduktion der Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich ist auf einem guten Weg, hier wurde dank thermischer Sanierung und den Umstieg auf hocheffiziente, erneuerbare Heizsysteme bereits viel erreicht“, so Günter Pauritsch von der Österreichischen Energieagentur. In den Jahren 2005-2017 seinen in diesem Bereich die Emissionen im Durchschnitt um neun Prozent gesunken, was ein CO2Äquivalent um 15 Prozent weniger ausmacht. Reichen würde dies aber noch nicht.

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Mehr Potenzial bei erneuerbaren Energien

Die Analyse des Ausbaupontezials für erneuerbaren Strom in den Bundesländern zeigt den aktuellen Informationen auch eine positive Tendenz auf. Demnach nach sei das Wasserkraftpotenzial in Österreich schon stark genutzt. Im Bereich der Windkraft und den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf Dach- Deponie- und Verkehrsflächen gäbe es in einigen Bundesländern hingegen noch viel Potenzial: „Die realisierbaren Potenziale für Wasser, Wind, Sonne und Biomasse sind in den Ländern vorhanden, um bis 2030 über das Jahr gerechnet 100 Prozent umweltverträgliche erneuerbare Stromaufbringung in Österreich zu erreichen“, so Pauritsch.

Insgesamt weist die die Analyse österreichweit bei der Wasserkraft noch ein Potenzial von 15 TWh auf, mit der Einschränkung, dass dieses aber nicht zu 100 Prozent realisierbar sei. Ebenfalls 15 TWh seien noch bei der Windkraft möglich. Mit dem Ausbau von Photovoltaikanlagen auf den genannten Flächen können unter jetzigen Bedingungen weitere 5,4 TWh Energie generiert werden. Das könnte aber nich gesteigert werden, so die Österreichische Energieagentur. In dem bisher vorstegellenten Gesetztesentwurf des Erneuerbaren Ausbau Gesetztes (EAG) plant die Bundesregierung die zusätzlich benötigten 27 Terrawattstunden für 100 Prozent Energie aus erneuerbaren Energiequellen bis 2030 zu einem Großteil durch Solarkraft zu gewinnen ( 11 TWh) gefolgt von der Windkraft (10 TWh). Dementsprechend müssten bei der Solarkraft auch weiterer Freiflächen genutzt werden.

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Verkehr bleibt Sorgenkind

Als Sorgenkind weist die aktuelle Analyse den Verkehr aus. Ein stetig steigendes Verkehrsaufkommen und ein „Tanktourismus“ hätten unter anderem so nur zu einer Verringerung der Emissionen um vier Prozent geführt: „Beim Verkehr besteht der größte Handlungsbedarf. Die Reduktion der Treibhausgasemissionen im Verkehr erfordert unter anderem eine schnelle Elektrifizierung des Pkw-Verkehrs“, so Pauritsch. Womit wir dann wieder bei der Thematik des Ausbau der Stromgewinnung durch Erneuerbare Energieträger wären.

Die unterschiedlichen Entwicklungen der Emissionen in den Bundesländern führt die Österreichische Energieagentur unter anderem auf unterschiedliche Vorraussetzungen, Topografie und Bevölkerung- und Wirtschaftsentwicklungen zurück. Auch wenn einige Bundesländer mehr Energie produzierten als benötigten, stieg der Energiebedarf allerdings bundesweit in den letzten Jahren konstant.

 

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