Batterie

Neue Studie: E-Autos verursachen wirklich weniger CO2 als Benziner

E-Auto, Ladestation
© Pixabay

Es ist ein ewiges Hin und Her und hängt immer davon ab, welcher Studie man Glauben schenkt: Mal sind Elektroautos größere CO2-Schleudern als Verbrenner, mal sind sie viel nachhaltiger als ihre verwandten Sprit-Fresser. Eine neue Studie der Eindhoven University of Technology in den Niederlanden will nun endgültig mit den Unklarheiten aufräumen und rechnet vor: Ja natürlich verursachen E-Autos weniger CO2-Emissionen als vergleichbare Verbrennerautos, und das schon nach 11.000 Kilometern.

Bisher wurde von Kritikern, die sich wiederum auf weitere Studien beriefen, immer wieder moniert: Die Produktion von Batterien alleine verursacht viele Treibhausgase, der Strommix trägt sein Übriges dazu bei, und die Lebensdauer der Akkus ist kurz. Nun heißt es aber seitens der Eindhoven University of Technology: Bei anderen Studien wurde sich verrechnet, tatsächlich sehen die Zahlen wie folgt aus:

© Eindhoven University of Technology
© Eindhoven University of Technology

Hier sieht man etwa deutlich, dass ein Model 3 von Tesla bereits nach 30.000 gefahrenen Kilometern seinen CO2-Rucksack, der durch die Produktion der Batterie entsteht, abbezahlt hat und insgesamt weniger CO2-Äquivalente erzeugt wie ein Mercedes C 220d.

Dass andere Studien bisher zu anderen (für Elektroautos schlechtere) Ergebnissen gekommen ist, hat laut den Studienmachern aus Eindhoven mit folgenden Falschannahmen zu tun:

  •  Treibhausgasemissionen der Batterieproduktion wurden überschätzt: Heute solle man von 75 kg/kWh ausgehen und nicht wie andere Studien von etwa 175 kg/kWh
  • Unterschätzung der Batterielaufzeit: Oft wird angenommen, dass Batterien 150.000 km halten, doch vielmehr sollte man davon ausgehen, dass die Lebenszeit für 500.000 km und mehr reicht.
  • Unsauberer Strommix: Die Uni Eindhoven weist darauf hin, dass bei der Berechnung von Zukunftsszenarien nicht der Ist-Zustand beim Strommix (in vielen Ländern noch viel Kohleanteil) angenommen werden sollte, sondern eine Verschiebung hin zu Strom aus erneuerbaren Energiequellen
  • Unrealistische Annahmen beim Spritverbrauch: Die neue Studie bemängelt auch, dass der Spritverbrauch von verglichenen Verbrennern unterschätzt wird, weil der WLTP-Messwert herangezogen wird, dieser nicht mit empirischen Messungen der tatsächlichen CO2-Emissionen verwechselt werden sollte
  • Keine Berücksichtigung der Voremissionen bei Diesel und Benzin: Bereits bei der Produktion von Diesel und Benzin entstehen Emissionen. Genauso, wie die Produktion der Batterie und des Stroms des E-Autos einberechnet wird, muss deswegen auch das CO2 einbezogen werden, dass bei der Produktion des Sprits erzeugt wird. Laut Universität Eindhoven sollten bei Autos, die mit Benzin fahren, die angenommen CO2 Emissionen um 30% erhöht werden, bei Autos, die mit Diesel fahren, 24% zu ihren Auspuffemissionen hinzugerechnet werden
  • Fehlender Blick in die Zukunft:Die Verbesserungen, die bei Verbrennungsmotoren erreicht werden können, sind begrenzt – an ihnen wird seit Jahrzehnten geforscht. Währenddessen ist das Potenzial bei E-Autos, die Emissionen weiter zu senken, ungleich größer.

Kritik an dieser neuen Studie, die im Auftrag der Grünen Bundestagsfraktion erstellt wurde, gibt es nun ebenfalls. So meint etwa Christian Bauer, Wissenschaftler am Paul-Scherrer-Institut, dass die Emissionen, die aus dem Strommix entstehen, zu optimistisch berechnet wurden. Nun wird die Zukunft zeigen, wie sich der Strommix in ein paar Jahren darstellt. In Österreich ist es das Ziel, dass 2030 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen kommt.

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