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Einwegplastikverbot: Das ist ab dem 03. Juli in der EU alles verboten

Strohhalm
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Die Einigung auf das Einwegplastik-Verbot gelang der EU-Kommission bereits im Dezember 2018 unter der Ratspräsidentschaft Österreichs. 1 1/2 Jahre später tritt es nun auch in Kraft. Ab dem 03. Juli ist der Verkauf und das „Inverkehrbringen“ von insgesamt zehn Produkten aus Plastik, für welche es bereits Alternativen gibt, in allen Ländern der EU verboten. Danach sei allerdings noch ein Abverkauf von Lagerbeständen erlaubt, so die Angaben des EU-Parlaments.

Diese Produkte betrifft es:

  • Einwegbesteck aus Kunststoff (Gabeln, Messer, Löffel und Essstäbchen)
  • Einweg-Plastikteller
  • Strohhalme aus Plastik
  • Wattestäbchen aus Kunststoff
  • Haltestäbe für Luftballons
  • Produkte aus oxo-abbaubaren Materialien wie Beutel oder Verpackungen und Fast-Food-Behälter aus expandiertem Polystyrol

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Die Alternativen zu den genannten Produkten bestehen zumeist entweder aus Papier, Palmenblättern oder Bambus. Sollten diese in den gleichen Massen gekauft werden, wie bisher die Plastikprodukte, ist die tatsächliche bessere Umweltverträglichkeit fraglich. Auch könnten einige von diesen Produkten schädlich für die Gesundheit sein. So zumindest das Resümee der europäischen Konsumentenorganisation BEUC. Wie diese Ende Mai bekannt gaben, haben Konsumentenorganisationen bei Produkttests in Italien, Dänemark, Frankreich und Spanien bei über der Hälfte der untersuchten Dinge, genauer gesagt 53 Prozent, Chemikalien über dem empfohlenen Limit festgestellt. Weitere 21 Prozent der Produkte waren sehr nah dran an dieser Grenze, so die Ergebnisse des Tests.

22 Mrd. Euro Kosten an Umweltschäden könnten gespart werden

Deutlich besser ist die Nutzung dieser Produkte also nicht. Betrachtet man die genauen Zahlen zu den Plastikverschmutzungen, ist das Verbot von den genannten Dingen aber unabdingbar. So machen diese nach Angaben der Europäischen Kommission gemeinsam mit Fischfanggeräten 70 Prozent aller Abfälle im Meer aus. Auch finanziell soll dieses Verbot deutliche Auswirkungen haben, so die Berichterstatterin Frédérique Ries (ALDE, BE) in einer Aussendung des Europäischen Parlamentes von 2019 anlässlich des Beschlusses: „Diese Rechtsvorschriften werden die Kosten von Umweltschäden um 22 Milliarden Euro senken. Das sind die geschätzten Kosten der Umweltverschmutzung durch Plastik in Europa bis 2030.“ Somit sind die Erwartungen an die Folgen des Verbotes hoch. Am Ende bleibt aber die Nutzung von Mehrweggeschirr, statt den Einwegvarianten , immer noch die nachhaltigste Variante.

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