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Ein Berliner Startup will, dass du Fleisch für den Naturschutz isst

Waschbär zum Dinner? © Unsplash
Waschbär zum Dinner? © Unsplash

Der weltweit hohe Fleischkonsum und die damit verbundene nicht nachhaltige Zucht und Produktion gelten als ein großer Mitverursacher der Klimakrise. Laut deutschem Umweltministerium entstehen pro Kilogramm Rindfleisch mehr als 13 Kilogramm CO2-äquivalente Treibhausgase. Bei einem Kilogramm Gemüse seien es dagegen nur 153 Gramm. Das Berliner Startup Holycrab ist sich allerdings sicher: Wer Fleisch isst, trägt zum Naturschutz bei. Es komme eben darauf an, welches Fleisch.

Waschbär, Nilgänse, Nutria

Mitgründer Lukas Bosch war früher Vegetarier. Jetzt isst er Wollhandkrabbe und Sumpfkrebs, aber mitunter auch Waschbär, Nilgänse oder Nutria, eine Art Riesen-Ratte, die wie Biber im Wasser lebt. Diese Tiere haben eine Gemeinsamkeit: sie gelten als invasive Arten und damit als Bedrohung für die ökologische Vielfalt, die auch ökonomische Auswirkungen haben kann. „Es ist eine Kontroverse zu sagen: Wir essen Fleisch für den Naturschutz“, sagt Bosch zu dem deutschen Magazin Business Insider.

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Das Gründerteam von Holycrab © Holycrab
Das Gründerteam von Holycrab © Holycrab

„Naturschutzfachliche Probleme“

Invasive Arten sind in der Regel nicht ursprünglich heimisch, wo sie Probleme verursachen. Die Wollhandkrabbe zum Beispiel wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von chinesischen Segelschiffen eingeschleppt. Über in die Nordsee mündende Flüsse breitete sie sich schließlich in fast ganz Deutschland aus – „invasionsartig“, wie es im „Management- und Maßnahmenblatt“ des deutschen Bundesamts für Naturschutz zu der Einwanderer-Krabbe heißt. Etwa zehn Prozent der „etablierten gebietsfremden“ Pflanzen und Tiere in Deutschland können laut Naturschutz-Amt „naturschutzfachliche Probleme“ bereiten. Die Lösung von Holycrab: Aufessen!

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Die Crab Roll von Holycrab © Holycrab/Nino Halm
Die Crab Roll von Holycrab © Holycrab/Nino Halm

Derzeit bietet das Startup seine Speisen vor allem bei Caterings und in Foodtrucks an. Es gibt Salat, Suppen und Brötchen mit Krabben, oft begleitet von Gemüse, das für den Handel aussortiert wurde – „krummes Gemüse“, schreibt das Jungunternehmen auf der Speisekarte. Mittlerweile bietet Holycrab für Veranstaltungen aber auch schon andere Wildtiere an: Waschbär, Nilgans oder Nutria als Gulasch zum Beispiel oder in Tacos gefüllt.

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