Reisen

eco suites: Tiroler Startup listet nachhaltige Luxus-Hotels

Ein Beispiel für eine "eco suite" auf den Balearen. © Finca can Marti / Eco Travel
Ein Beispiel für eine "eco suite" auf den Balearen. © Finca can Marti / Eco Travel

Luxus und Nachhaltigkeit sind in der Regel schwierig zu vereinbaren. Gerade in der Hotellerie gibt es aber durchaus Angebote, die damit locken, auf besonders nachhaltige, ganzheitliche Konzepte zu setzen – und gleichzeitig einen luxuriösen Aufenthalt bieten wollen. Genau diese „eco suites“ sammelt das Startup Eco Travel auf der Plattform ecosuites.travel.

eco suites: Besondere Hotels mit nachhaltigen Kriterien

Das Konzept ist schnell erklärt: Die Plattform listet „besondere“ Hotels auf der Startseite und versieht jeden Eintrag mit einer kurzen Geschichte und Fotos. Und, wichtiger: Jeder Eintrag enthält alle „erfüllten Kriterien“. Bevor ein Hotel gelistet wird, steht nämlich eine Überprüfung ins Haus, wie uns Marlene Rohracher, die Gründerin der Plattform, erklärt: „Bevor wir ein Hotel aufnehmen, schicken wir einen mehrseitigen Fragebogen zur Sicherstellung der Kriterien. Bewerben sich Hotels bei uns über das Anfrageformular, besprechen wir aber schon vorab, ob wir hier überhaupt von der gehobenen Hotellerie sprechen können. Wir lehnen Anfragen auch ab, wenn die Kooperation keinen Sinn macht“.

„International anerkannte Standards“

Die Kriterien würden „international anerkannten Standards im Öko-Tourismus“ folgen. Die Kuratierung folge darüber hinaus auch im Bereich Design und Konzeption. Heißt: Neben den ökologischen Ansprüchen müssen die Hotels auch luxuriöseren Erwartungen standhalten. „eco suites verdeutlicht, dass nachhaltig orientiertes Reisen ohne Kompromisse bei Gestaltung, Stil und Komfort möglich ist“, erklärt die Gründerin. Sie betont außerdem, dass es sich bei der Plattform keineswegs um einen schlichten Blog handle: „Es ist kein Blog in dem Sinn, ich mache das nicht als Hobby. Wir sind eine Marketingplattform. Man kann über uns nicht buchen, Hotels sparen sich aber Provisionen“.

Kontakt zwischen Gast und Hotel

Das wirft die Frage nach dem Geschäftsmodell auf. Wer ein Hotel buchen will, kann direkt über den „Anfrage stellen“-Button eine Mail an das Hotel schicken – oder sich bei eco suites informieren, dann aber trotzdem direkt über die Webseite des Hotels buchen. Wie macht die Plattform also Geld? Mit der Listung, erklärt Rohracher: „Wir bieten ein Abo für die Hotels mit Jahresmodell, derzeit gibt es zu Testzwecken außerdem ein Halbjahresmodell“. Für 700 Euro im Jahr wird das Hotel zwölf Monate lang gelistet. Dieses System habe für beide Parteien – Hotelier und Gast – Vorteile: „Es gibt keine Mehrkosten – im Gegenteil: Wenn ich über Mail anfrage, werde ich sogar den einen oder andere Hotelier erwischen, der uns bewusst gewählt hat – was dann eventuell einen Spezialpreis für den Gast zur Folge hat. Bei Booking und anderen Plattformen ist der Hotelier ja komplett ausgeschlossen von der Preisgestaltung, bei uns hat er von Beginn an direkten Kontakt mit dem Gast“.

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Corona sorgt für Startverzögerung

Ursprünglich hätte der Launch der Plattform bereits im April passieren sollen, die Corona-Pandemie machte der Gründerin aber einen Strich durch die Rechnung. Seit Ende Juni steht nun alles und die Seite ist abrufbar. Das erste Fazit? Marlene Rohracher ist zufrieden: „Unser Angebot wird gut angenommen, die Hotels erhalten schon Anfragen. Das Ganze läuft also schon ganz gut“. Die Idee für die Plattform hatte sie übrigens beim Lesen der Zeitung: „Vieles dreht sich um Nachhaltigkeit – nachhaltige Küche, nachhaltige Restaurants – aber beim Thema Reisen ging es meist nur um exotische Destinationen und teure Hotels. Den Terminus „nachhaltig“ konnte ich in diesem Zusammenhang nicht oft finden“. Das gibt’s ja nicht, dass das alles ist, habe sie gedacht – „und danach ging es auch schon los“.

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