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E-Fairteiler: In Oberösterreich kann Solarstrom jetzt via App geteilt werden

Energielandesrat Markus Achleitner (Vorsitzender des Aufsichtsrates der Energie AG) und Generaldirektor Werner Steinecker (Vorsitzender des Vorstandes der Energie AG) © Energie AG/Wakolbinger
Energielandesrat Markus Achleitner (Vorsitzender des Aufsichtsrates der Energie AG) und Generaldirektor Werner Steinecker (Vorsitzender des Vorstandes der Energie AG) © Energie AG/Wakolbinger

Das oberösterreichische Energieversorgungsunternehmen Energie AG hat es sich nach eigenen Angaben nach im Rahmen seiner „OÖ. Photovoltaik-Strategie“ zum Ziel gemacht, bis zum Jahr 2030 insgesamt 200.000 Dächer mit PV-Anlage in ihrem Bundesland zu versorgen. Der Solarstrom-Anteil in Oberösterreich soll dadurch bis dahin zehn Mal so hoch werden wie jetzt. Um mehr Menschen zu Sonnenenergie zu führen, hat die Energie AG die App „E-Fairteiler“ entwickelt. User sollen sich dadurch mit den privaten Betreiber:innen von Photovoltaik-Anlagen (PV) vernetzen und so trotz fehlender eigener Anlage von ihnen sauberen Strom erhalten.

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Gemeinsam Solarstrom erzeugen und verbrauchen

„Die E-Fairteiler-App der Energie AG unterstützt die praktische Umsetzung von Erneuerbaren Energiegemeinschaften (EEG). Zudem können damit auch Privatkunden ohne eigene PV-Anlage Strom aus der Sonne beziehen. Als zusätzlichen Anreiz für die Bildung von EEGs gibt es seitens des Landes OÖ auch ein eigenes Förderprogramm dafür“, erklärt Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender der Energie AG. Das Land will mit der Förderung 80 Prozent der anrechenbaren Kosten für die bei der Errichtung einer EEG notwendigen detaillierten technischen, rechtlichen und ökonomischen Analysen übernehmen.

Mit den Energiegemeinschaften können Private, Gemeinden, KMU und Landwirte gemeinsam Sonnenstrom erzeugen und verbrauchen. Die Anlagen produzieren dabei Strom, die User der App verbrauchen diesen und speisen nicht verbrauchte Energie in das Stromnetz ein, damit ihn dann andere Personen innerhalb der Gemeinschaft nutzen können. Mit der App sollen User in ganz Österreich eine Gruppe für eine EEG anlegen oder nach Einladung einer bestehenden Gruppe beitreten. Dabei gebe es keine Begrenzung bei der Mitgliederzahl.

Betreiber:innen von privaten PV-Anlagen können zu einem selbst festgelegten Preis anderen Usern ohne eine Anlage in einer oder mehreren Gruppen ihren überschüssigen Strom verkaufen. Neben der App brauchen Anwender:innen aber auch noch einen Smart Meter. Einmal täglich übermittelt das Gerät die gemessenen Viertelstunden-Verbrauchswerte der Teilnehmenden an die Energie AG. Durch eine eigene Datenbank soll es möglich sein, den verfügbaren PV-Strom für jede Gruppe zu errechnen.

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E-Fairteiler kostenlos zum Download

Den Preis für den PV-Strom inkludiert die Energie AG nach eigenen Angaben in der Stromrechnung der Anwender:innen. Für jene Zeiten, in denen die PV-Anlagen die Kund:innen nicht ausreichend versorgen können, liefere das Unternehmen direkt Strom zum Standardpreis von 7,99 Euro Cent pro Kilowattstunde. Es handelt sich dabei laut dem Unternehmen auch um Ökostrom, der jedoch zu 80 Prozent aus Wasserkraft stammt. Die App ist ab sofort kostenlos für Android- und Apple-Geräte zum Download verfügbar.

Laut Achleitner liegt Oberösterreich unter den Bundesländer bei Photovoltaik-Anlagen weit vorne. Im Jahr 2020 hätte die Region Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 93 Megawattstunden installiert. Das seien etwa 25 Prozent des Zuwachses in ganz Österreich. Aktuell gebe es in Oberösterreich rund 35.000 PV-Anlagen, die jährlich den Stromverbrauch von über 100.000 Haushalten produzieren. Mit der neuen App sollen künftig noch mehr Haushalte ihren Strom aus nachhaltigen Quellen beziehen.

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