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Auswertung

Die gemeinsamen Klimaziele der G7-Staaten

©guillaume de germain / Unsplash
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In Voraussicht auf die UN-Klimakonferenz diesen November im schottischen Glasgow wurde auch der aktuell vonstatten gegangene G7-Gipfel mit Spannung auf etwaige Klimavereinbarungen erwartet. In einer gemeinsamen Abschlusserklärung gaben nun die sieben beteiligten Staaten, also Großbritannien, Deutschland, Japan, Frankreich, Kanada, Italien und die USA, in insgesamt 70 Punkte ihre Übereinkünfte bekannt. Ein Großteil davon betreffen dabei die Schwerpunkte Klima-und Umweltschutz.

Herausforderung Klimaneutralität

Erstmals verpflichtenden sich alle G7-Staaten bis 2050 die Klimaneutralität zu erreichen. Dafür wollen die Staaten bis 2030 ihre kollektiven Emissionen halbieren, ausgehend vom 2010-er Niveau. Bis zu der UN-Klimakonferenz in fünf Monaten wollen die Staaten langfristige Strategien zu der Erreichung der Klimaneutralität präsentieren, welche regelmäßig an neueste wissenschaftliche oder technische Erkenntnisse angepasst werden sollen. Dafür wollen die Staaten  vermehrt auf erneuerbare und anderen emissionsfreie Energien setzen. Bis 2030 sagte sie außerdem zu, im Innenland „ein überwiegend dekarbonisiertes Energiesystem zu erreichen“. Im Ausland sollen die internationale Finanzierung so ausgerichtet werden, dass bis spätestens 2050 die globale Klimaneutralität erreicht werden kann. „Neue direkte staatliche Unterstützung für internationale kohlenstoffintensive fossile Energieträger“ sollen so schnell wie möglich mit „begrenzten Ausnahmen“ auflaufen, heißt es in der Erklärung. Ein direktes Ausstiegsdatum für Kohle wurde hingegen nicht festgelegt.

Kohlekraftwerke: G7-Staaten sagen Stopp staatlicher Finanzierung noch heuer zu

Neben dem Energiesektor, hoben sie in ihrer Abschlusserklärung auch die Bedeutung anderer Bereiche für die Erreichung der Klimaneutralität hervor. So bekräftigten sie die „Verbreitung von emissionsfreien Fahrzeugtechnologien, einschließlich Bussen, Zügen, Schifffahrt und Luftfahrt“ zu beschleunigen. Um die Dekarbonisierung in emissionsreichen Bereichen wie der Eisen- und Stahlproduktion bewerkstelligen zu können, wollen die Gipfelstaaten zusammenarbeiten, heißt es in der Erklärung. So soll unter anderem die G7-Agenda für industrielle Dekarbonisierung starten. Auch die Unterstützung der Entwicklung der Kernenergie „für Länder die sich dafür entscheiden“ schlossen sie nicht aus.

Grüne Finanzierung

Weiterhin bestätigten die Länder das Versprechen, 100 Milliarden Dollar bis 2025  jährlich für den Klimaschutz in Entwicklungsländern bereit zu stellen in “ Zusammenhang mit sinnvollen Minderungsmaßnahmen und Transparenz bei der Umsetzung“, so die Aussage im Abschlussdokument. Dafür hätten bereits einige Länder Zusagen zu Erhöhungen der Klimafinanzierungen getätigt, so die G7. Mit der Klimakrise nehmen auch klimabedingte Umweltkatastrophen zu. Wie die Gipfelteilnehmer in ihrem Abschlussdokument schreiben, fördern sie daher auch die „weitere Entwicklung der Märkte für die Finanzierung von Katastrophenrisiken“.

Dafür stellen sie eigenen Angaben nach „neue Finanzmittel von Hunderten von Millionen für frühzeitige Maßnahmen, Katastrophenrisiken und Versicherungen im Rahmen der InsuResilience Global Partnership und der Risk-Informed Early Action Partnership (REAP)“ zur Verfügung. Weiterhin machten sie in ihrem Abschlussdokument die Bedeutung einer „fairen und effizienten Kohlenstoffbepreisung“ für die Erreichung der Klimaziele deutlich. Abschließend sprechen sie sich in dem Abschlussdokument für die übergeordnete Rolle der Förderung und Entwicklung von geschlechtergerechten Ansätze für Klima- und Naturfinanzierung, Investitionen und Politiken aus.

30% der Land-und Meeresfläche sollen bis 2030 unter Schutz stehen

Schutz der Artenvielfalt

Während des One Planet Summit in Paris Anfang Januar verpflichteten sich mehr als 50 Länder von sechs Kontinenten 30 Prozent der Landfläche und der Ozeane bis 2030 schützen zu wollen. Auch während des aktuellen G7-Gipfels wurden diese Verpflichtung nun wieder aufgegriffen im Rahmen des „G7 Nature Compact 2030“. Mit diesem verpflichten sich die Teilnehmer in vier Bereichen Maßnahmen für den Schutz der biologischen Vielfalt zu ergreifen. So wollen sie sich für wirksame globale Biodiversitätsziele einsetzen und in ihren eigenen Länden mindestens 30 Prozent der Land- und Seeflächen unter Schutz stellen, die nachhaltige Bewirtschaftung und Bekämpfung illegaler Aktivisten unterstützen, eine Erhöhung der Investitionen in den Naturschutz- Erhaltung und – Wiederherstellung erarbeiten und die Einhaltung der genanten Ziele regelmäßig überprüfen.

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