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Die EU hat 2019 weniger CO2 verursacht – Österreich allerdings mehr

Flugzeug, Flug, Reisen
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Die EU-Kommission hat ihren jährlichen Fortschrittsbericht über den Klimaschutz veröffentlicht und es gibt eine erfreuliche Nachricht: Die Union hat 2019 weniger CO2 verursacht. Die Treibhausgasemissionen sind in den 27 Ländern im Vergleich zu 2018 um 3,7 Prozent zurückgegangen und das bei einem BIP-Wachstum um 1,5 Prozent. Das klingt nicht nach viel, allerdings sind die Emissionen 2019 zum Beispiel in Österreich sogar gestiegen und zwar um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Hier geht es zum gesamten EU-Bericht

Minus 24 Prozent seit 1990

Gegenüber 1990 wurden der CO2-Ausstoß in der gesamten EU bis 2019 um 24 Prozent reduziert. Dieser Wert ist wichtig, da die Reduktionsziele, die sich die EU bis 2030 gesteckt hat, ab 1990 gerechnet werden. Bisher lautet dieses Ziel minus 40 Prozent, es wird nun aber angehoben auf 55 Prozent oder sogar 60 Prozent. Das Europäische Parlament hatte sich auf 60 Prozent geeinigt, bis Jahresende müssen nun aber auch alle Mitgliedsländer zustimmen. In Österreich sind die Emissionen laut EU-Bericht übrigens seit 1990 um 5 Prozent gestiegen – immerhin: seit 2005 sind sie um 12 Prozent gesunken.

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Musterschüler Energiesektor

Am meisten bewegt wurde 2019 laut EU-Bericht durch den Emissionshandel. Energieintensive Unternehmen vor allem in Industrie und Verkehr müssen CO2-Zertifikate haben oder kaufen – es gibt eine gemeinsame CO2-Obergrenze, die nicht überschritten werden kann. Die Treibhausgase, die unter diesen Handel fallen, sind 2019 um 9,1 Prozent zurückgegangen; im Energiesektor waren es dank Ökostrom-Ausbau sogar minus 15 Prozent. Die Emissionen aus der Luftfahrt sind leicht gestiegen und zwar um 1 Prozent. Die Erlöse aus dem Zertifikatehandel betrugen 2019 mehr als 14,1 Milliarden Euro, wovon 77 Prozent in Klima- und Energiemaßnahmen fließen.

„Auf Aufholjagd“: Neues Klimaschutzgesetz verspätet sich

„Die Europäische Union beweist, dass es möglich ist, die Emissionen bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum zu senken. Der heutige Bericht bestätigt jedoch erneut, dass wir unsere Anstrengungen in allen Wirtschaftssektoren verstärken müssen, um unser gemeinsames Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen“, sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans. „Die Wende ist möglich, wenn wir an unseren Zusagen festhalten und die Chancen der Erholung nutzen, um unsere Wirtschaft umweltfreundlicher und widerstandsfähiger zu machen und eine gesunde, nachhaltige Zukunft für alle zu schaffen.“

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