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Kauf von 12 E-Flugzeugen

DHL Express will mit Eviation globales CO2-freies Luftfracht-Netzwerk aufbauen

E-Flugzeug von DHL Express © DHL Express Austria
E-Flugzeug von DHL Express © DHL Express Austria

Der Übergang zur E-Mobilität wird im Bereich der Flugzeuge deutlich schwieriger als bei Autos. Zwar gibt es schon erste Versionen von elektrisch betriebenen Fliegern, beispielsweise von Lilium oder Bye Aerospace. Jedoch fassen diese Flugzeuge meistens nur eine einstellige Anzahl an Passagieren und können die gewaltigen Anforderungen der Branche nicht erfüllen. Großes Potenzial gibt es jedoch schon jetzt für den elektrisch betriebenen Transport von Luftfracht. Das hat nun der deutsche Lieferdienst DHL Express erkannt. Das Unternehmen hat zwölf E-Frachtflugzeuge vom Typ „Alice“ des amerikanisch/ israelischen Herstellers Eviation bestellt und will damit das erste elektrische und somit statistisch CO2-neutrale Luftfracht-Netzwerk aufbauen.

„Emissionsfreie Zukunft der Logistik“

„Wir glauben fest an die emissionsfreie Zukunft in der Logistik. Daher achten wir bei allen Investitionen darauf, dass diese unseren CO2-Fußabdruck verbessern. Auf unserem Weg zu einer umweltschonenden Logistik spielt die Elektrifizierung aller Transportarten eine entscheidende Rolle und trägt maßgeblich zu unserem Nachhaltigkeitsziel von null Emissionen bei. Mit Eviation haben wir den perfekten Partner gefunden, der unsere Mission teilt. Gemeinsam wagen wir den Aufbruch in ein neues Jahrzehnt der nachhaltigen Luftfahrt“, sagt John Pearson, CEO von DHL Express.

Das E-Flugzeug auf der Langstrecke bleibt Zukunftsmusik. Es gibt aber eine Übergangslösung.

Alice-Modelle erfordern laut Eviation nur eine/n Pilot:in und können über 1.200 Kilogramm an Fracht transportieren. Die Ladezeit pro Flugstunde betrage etwa 30 Minuten, die maximale Reichweite liege bei 815 Kilometern. Alice könne in jedem Umfeld zum Einsatz kommen, in dem derzeit Flugzeuge mit Kolben- und Turbinentriebwerk verkehren, so das Unternehmen. Die Elektromotoren seien aufgrund der geringeren Zahl von beweglichen Teilen höchst zuverlässig, wartungsarm und damit kosteneffizient. Um permanent eine optimale Flugeffizienz zu gewährleisten, überwache die zugehörige Betriebssoftware die Flugleistung kontinuierlich.

DHL will Betrieb dekarbonisieren

Noch fliegen die Alice-Flugzeuge allerdings nur in der Vorstellungskraft der Unternehmen. Ein erster Jungfernflug sei für heuer geplant, die Auslieferung an DHL Express soll 2024 erfolgen, so die aktuellen Angaben von DHL Express und Eviation. Die Alice-Modelle sind laut DHL Express vor allem für kürzere Zubringerstrecken gedacht. Sie könnten während des Beladens und Entladens „betankt“ werden, was schnelle Durchlaufzeiten und damit die Einhaltung der Zeitpläne des Expresslieferers ermögliche.

Schweden plant höhere Flughafengebühren für klimaschädlichere Flugzeuge

Die Dekarbonisierung des Betriebs ist laut der Deutsche Post DHL Group ein wichtiges Ziel. Der Konzern wolle bis 2030 insgesamt sieben Milliarden Euro investieren, um seine CO2-Emissionen zu senken. Die Mittel sollen insbesondere in Elektrofahrzeuge für die letzte Meile fließen, sowie in alternative Flugzeugkraftstoffe und klimaneutrale Gebäude. Auf dem Weg zu seinem Null-Emissionsziel bis 2050, das bereits seit vier Jahren gilt, habe sich das Unternehmen neue Zwischenziele gesetzt. So verpflichte sich DHL beispielsweise auf die Senkung seiner Treibhausgasemissionen bis 2030 – im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen.

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