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Einzigartiger Oktopus

Der große Argonaut ist das beliebteste Weichtier weltweit

Molluske des Jahres 2021: Der Große Argonaut (Argonauta argo). © Senckenberg
Molluske des Jahres 2021: Der Große Argonaut (Argonauta argo). © Senckenberg

Zum ersten Mal wurde seit Anfang Januar das Molluske des Jahres gesucht. Dafür konnten die Weichtier-Fans an einer weltweiten Abstimmung unter fünf nominierten Finalisten ihren Favoriten küren. Nun steht der Gewinner fest. Der Große Argonaut, eine Oktopus Art, konnte sich gegen die weiteren Teilnehmer durchsetzen. Insgesamt wurden 21927  Stimmen aus 126 Ländern abgegeben,  36 Prozent davon erhielt der Oktopus, gefolgt von der Kubanischen Landschnecke. Selbstverständlich erwartet den Gewinner auch ein einmaliger Preis: Eine komplette Entzifferung des Erbgutes.

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Weichtiere bisher kaum erforscht

So launig sich der Wettbewerb zunächst auch anhört, desto relevanter ist er für die Wissenschaft. Nach Angaben der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sind die Weichtiere, obwohl sie bereits mehr als 500 Millionen Jahre alt sind und den zweitgrößten Tierstamm ausmachen, bisher nahezu unbekannt. Die Forscher gehen davon aus, dass weiterhin viele Arten der Tiere unentdeckt und unerforscht sind und daher viele Informationen zur Evolution und zu Umweltanpassungen fehlen. Mit dem Wettbewerb möchten die Wissenschaftler des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt, des LOEWE-Zentrums für Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG) und der weltweiten Gesellschaft für Molluskenforschung (Unitas Malacolgica) daher nun die allgemeine Aufmerksamkeit für die Weichtiere und den Forschungsarbeiten in dem Bereich erhöhen.

Gewinner ist giftiges Raubtier

Der Gewinner des Wettbewerbes ist eine Oktopusart, welche rein äußerlich den Verwandten kaum ähnelt. Anzutreffen nahe der Wasseroberfläche, sind die Tiere gefräßige Raubtiere, welche durch einen Biss ihren Opfern ein Gift verabreichen, dass sich in der Speicheldrüse befindet. Die Weibchen verfügen über ruder-ähnliche Arme, durch welche eine hauchdünne Porzellanschale gebildet wird. Diese nutzt das Weibchen dann sowohl als Boot, als auch als Schutz für ihre Eier. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Art des Großen Argonauten bereits früh in der Evolution von anderen Oktopusarten getrennt wurde. Dadurch könnten sie zwar einige Merkmale der Art beibehalten haben, aber auch ganz eigene Anpassungen an ihren Lebensräume entwickelt haben. Einer aktuellen Aussendung des Frankfurter Senckenberg Forschungsinstituts für Naturforschung zufolge, erhoffen sich die Forscher nun weitere Informationen durch die Entzifferung des Erbgutes.

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Weltweit mehr als 120 Arten für Wettbewerb eingereicht

Im Dezember riefen die Naturwissenschaftler dazu auf, den “Lieblingsmolluskes”zu nominieren. Mehr als 120 Weichtiere wurden daraufhin weltweit für den Titel eingereicht. Fünf davon wurden final zur Wahl gestellt. Ausgewählt wurden diese von der international besetzten Jury, Sektionsleiterin der Abteilung Malakologie des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt Dr. Julia Sigwart: „Unser Ziel war es, Molluskenarten auszusuchen, die in der Öffentlichkeit noch nicht so gut bekannt, aber dennoch faszinierend sind. Wir wollten auch Arten hervorheben, bei denen die Analyse ihrer Genome wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse über deren Evolution und Anpassung offenbaren kann.”

 

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