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Stellungsnahme

Klimaforschende: „CO2-Preis deutlich zu niedrig angesetzt“

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Die Höhe des CO2-Preises hat in den letzten Tagen bereits zu einigen Diskussionen geführt. Bereits kurze Zeit nach der Bekanntgabe seitens der Regierung kritisierten Umweltschutzorganisationen den niedrigen Startpreis. Diese Aussage unterstützen nun auch verschiedene Klimaforschende aus Österreich.

Das Forschungsnetzwerk Climate Change Centre Austria (CCCA), dessen Obfrau die Klimawissenschaftlerin Helga Kromp-Kolb ist, veröffentlichten aktuell eine Stellungnahme in der sie anführen, dass der Startwert für Kohlenstoffdioxid in der Höhe von 30 €/t CO2-Preis „aus wissenschaftlicher Sicht deutlich zu niedrig angesetzt“ für die Erreichung der Pariser Klimaziele sei. Sie empfehlen daher, schnellstmöglich Berechnungen für die österreichischen Klimaziele durchzuführen. Diese sollten dann entsprechend in der Steuerreform berücksichtigt werden.

Bepreisung sollte mindestens bei 50 Euro pro Tonne starten

50 Euro – das ist der Mindestpreis, welchen die Klimaforschenden für eine tatsächliche effektive CO2-Reduktion angeben. Für die Berechnung sei es geeignet, sich am für Österreich verbleibenden Kohlenstoffbudget zu orientieren, mit welchem die österreichischen Klimaziele zu erreichen sind, so die Forschenden. Außerdem verweisen sie auf die Notwendigkeit von der Implementierung eines flexiblen CO2- Preispfads, welcher entsprechend der tatsächlichen Wirkung und der Wechselwirkung mit anderen Klimaschutzinstrumenten angepasst werden kann.

Um die Höhe von diesem flexiblen CO2-Preispfad zu bestimmen, hätten schon 2020 Expert:innen des CCCA in einer Stellungnahme das Heranziehen von CO2-Vermeidungskosten empfohlen, so die Klimaforschenden in der aktuellen Aussendung. Bedeutet:  Der Preis müsse so festgesetzt werden, dass er die Kosten des Umstieges auf ausreichend viele klimapositive Aktivitäten übertreffe, um die Erreichung des 1,5 °C Temperatur-Ziels im Paris-Abkommen zu gewährleisten.

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Flexibler CO2-Preispfad gefordert

Bereits seit längerem wird kritisiert, dass ein Klimaschutzgesetz in Österreich, in welchem die Emissionsziele für die einzelnen Sektoren festgehalten ist, weiterhin fehlt. Auch die Wissenschaftler:innen des CCCA verweisen darauf, dass bisher publizierten Berechnungen für das derzeitige Ziel der Klimaneutralität bis 2040 unter Berücksichtigung des Klimabudgets vorhanden ist.

Die Mindestpreise für den CO2-Preispfad wurden daher in Anlehnung an eine Empfehlung der Scientists for Future entwickelt. In diesem geben sie an, dass als Einstiegs der Preis mindestens bei 50 Euro bis 160 Euro pro Tonne CO2 liegen sollte. Bis 2030 empfehlen sie eine Steigerung auf 130 Euro bis 400 Euro pro Tonne CO2. Dabei machen die Klimaforschenden aber auch darauf aufmerksam, dass die „großen Risiken des Klimawandels und das Ziel Klimaneutralität 2040“ noch höhere Mindestpreise verlangen werden.

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Aber der Vorteil an einem flexiblen CO2-Preispfad ist eben auch der, dass die Werte bei entsprechenden positiven Veränderungen auch nach unten revidiert werden können. Das ist auch den Klimaforschenden bewusst. So geben sie an, dass je mehr andere Klimaschutzmaßnahmen, wie die Abschaffung von klimaschädlichen Subventionen und entsprechend nachhaltig orientierten Investitionsförderungen, implementiert werden, so geringer kann eben auch der CO2-Preispfad ausfallen. Genau deswegen ist ein entsprechendes Monotoring der gesetzten Maßnahmen so wichtig und sollte der Auffassung der Klimaforschenden nach jährlich durchgeführt werden.

 

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