CO2 Neutral

China überrascht mit langfristigem Klimaziel

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Kohlekraftwerke, ein hohes Verkehrsaufkommen und Schwerindustrie machen die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt zum größten Verursacher von Treibhausgasen: China stößt mehr CO2 aus als die USA und die EU zusammen. Bisher hat sich das Land allerdings zu keinem Reduktions-Ziel bekannt – lediglich dazu, dass die Emissionen ab 2030 sinken sollen. Dementsprechend überraschend kam die Ankündigung von Präsident Ji Xinping vor der UN Generalversammlung in New York: „We aim to have CO2 emissions peak before 2030 and achieve carbon neutrality before 2060“, sagte er laut BBC per Videoschaltung. China hat also erstmals ein langfristiges Klimaziel und will bis 2060 CO2-neutral werden.

Höhepunkt frühestens 2021 bis 2025

Es ist ein vergleichsweise langer Zeitraum, den sich China gesteckt hat. Die EU will bereits 2040 „klimaneutral“ sein, also mindestens so viel CO2 aus der Atmosphäre entfernen, wie sie verursacht. Allerdings ist die Aufgabe in China auch ein größere. In den vergangenen Jahren sind die Emissionen weiter gestiegen und schon diesen Trend umzukehren, ist für das Land eine große Hürde. Eine Prognose chinesischer Forscher geht davon aus, dass das frühestens zwischen 2021 und 2025 der Fall sein könnte.

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Am Höhepunkt würde der Ausstoß laut den Wissenschaftlern zwischen 13 und 16 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr betragen. Derzeit verursacht China ungefähr 10 Milliarden Tonnen pro Jahr und weltweit fallen etwa 36 Milliarden Tonnen CO2 an. Die Corona-Pandemie wird heuer zwar auch in China für einen Einbruch dieser Emissionen sorgen – die CO2-intensive Schwerindustrie und die Kohlekraftwerke laufen jedoch längst wieder im Vollbetrieb.

Kohlekraft stark ausgebaut

Details zu dem Plänen blieb Ji Xinping in seiner Rede schuldig. So bleibt unklar, was genau China unter „carbon neutrality“ versteht und welche Maßnahmen gesetzt werden, um diese zu erreichen. Laut der Umweltschutzorganisation Global Energy Monitor hätte sich die weltweit installierte Kohlekraft von Januar 2018 bis Juni 2019 ohne China um ganze 8,1 Gigawatt (GW) verringert. Bezieht man China in die Berechnung ein, steigt die Menge der installierten Kohlekraft insgesamt um 34,9 GW. Hinzu kommt, dass China nicht nur der weltweit größte Verursacher von CO2 ist, sondern auch Kohlekraftwerke in den umliegenden Ländern finanziert.

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