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Carbon-Capture-Tech notwendig, um Klimaziele 2050 zu erreichen

Orca, der CO2-Staubsauger von Climeworks. © Climeworks AG
Orca, der CO2-Staubsauger von Climeworks. © Climeworks AG

Ein Luftstaubsauger namens „Orca“, der pro Jahr 4.000 Tonnen CO₂ aus der Luft filtern kann: Es sind Technologien wie diese, die essenziell sind, um die Klimaziele weltweit zu erreichen. Die energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen müssen ja bis 2050 auf Netto-Null gebracht werden, um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen. Neuen Berechnungen der Internationalen Energiebehörde (IEA) zufolge wird das dann aber nur unter Einsatz von neuen Carbon-Capture-Technologien möglich sein.

Und die sind noch lange nicht dort, wo sie in 30 Jahren sein müssen, um ihre Leistung zu entfalten. „Im Jahr 2050 kommt fast die Hälfte der Reduktionen von Technologien, die sich derzeit erst in der Demonstrations- oder Prototypenphase befinden. Dies erfordert, dass die Regierungen ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung – sowie für die Demonstration und den Einsatz von sauberen Energietechnologien – schnell erhöhen und neu priorisieren und diese in den Mittelpunkt der Energie- und Klimapolitik stellen. Fortschritte in den Bereichen fortschrittliche Batterien, Elektrolyse für Wasserstoff und direkte Luftabscheidung und -speicherung können besonders wirkungsvoll sein“, heißt es seitens IEA in einem aktuellen Report namens „Net Zero by 2050„.

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Erneuerbare Energien reichen alleine nicht

Um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen, sind laut IEA bereits durch heute gebräuchliche Energietechnologien (im Wesentlichen Wind- und Solarkraft) möglich. Bis 2050 wird sich die Welt der Energie aber voraussichtlich noch einmal dramatisch verändern müssen, um das 1,5-°C-Ziel zu erreichen. Berechnungen der IEA wird der weltweite Energiebedarf dann um rund 8 Prozent kleiner als heute sein, aber auch eine mehr als doppelt so große Wirtschaft und eine Bevölkerung mit 2 Milliarden mehr Menschen als heute bedienen. Fast 90 Prozent der Stromerzeugung stammt dann – verläuft alles nach Plan – aus erneuerbaren Quellen, wobei Wind und Solar-PV zusammen fast 70 Prozent ausmachen. Der Rest kommt größtenteils aus der Kernkraft.

Doch auch wenn 2050 nur mehr 10 Prozent aus fossilen Kraftstoffen kommt, bedeutet das, dass auch dann noch das in den vergangenen Jahrhunderten in die Atmosphäre geblasene CO2 abgebaut werden muss. Auf der ganzen Welt, aber insbesondere in Europa, sind bereits zahlreiche Startups unterwegs, die sich an den so genannten CCS-Technologien (Carbon Capture and Storage) abreiten. So gibt es bereits Lösungen, die den eingefangenen Kohlenstoff in Stein, Tierfutter oder Parfum verwandeln (Tech & Nature berichtete).

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