Campfire Solutions: Wiener Software Keea soll die Industrie grüner machen

Sara Grasel - 28 Apr 2020

Benjamin Mörzinger und Anna Pölzl haben Campfire Solutions gegründet © Campfire Solutions

Vielleicht ist aus Umweltsicht morgen ein besserer Tag, ein neues Auto zu produzieren als heute. Warum? „Vielleicht scheint morgen mehr Sonne auf die Solaranlage des Herstellers, dann sieht die CO2-Bilanz der Produktion anders aus“, erklärt Mörzinger. Das sei nur ein simples Beispiel, denn in der Industrie gebe es eine Menge Optimierungspotenzial. Der Jungforscher hat deshalb ein Unternehmen mitgegründet, Campfire Solutions, und entwickelt die Software Keea, die fertigenden Betrieben dabei helfen wird, im Sinne der Umwelt effizienter zu werden.

Energie sparen basierend auf Forschungsergebnissen

Keea steht für „Knowledge-based Energy Efficiency Advisor“. „Industrieunternehmen treffen jeden Tag Entscheidungen und wir wollen diese ökologischer machen“, sagt Mörzinger, der das Unternehmen gemeinsam mit Anna Pölzl gegründet hat. In erster Linie geht es bei Keea um Energieeffizienz. Da kennt sich auch Mörzinger besonders gut aus, der nach seinem Doktorat an der TU Wien ein Forschungsprojekt dazu geleitet hatte. Diese Forschungsarbeit hilft ihm, Keea zu trainieren.

Campfire Solutions arbeitet gemeinsam mit großen Industrieunternehmen an Datenanalysen und Forschungsprojekten und lässt die Erkenntnisse in die Software einfließen. Am Ende soll dabei eine Art automatisierter Energieberater herauskommen, der kleinen und großen Fertigungsbetrieben hilft. Mehr Effizienz ist nicht nur besser für die Umwelt, sondern spart auch Geld.

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Bis zu 20 Prozent weniger Energiekosten

Bei bisherigen Projekten lag das Einsparpotenzial bei den Stromkosten bei bis zu 20 Prozent. Zum Beispiel bei einer Großbäckerei, bei der Datenanalysen einen perfekten Zeitplan für das Einschalten der energieintensiven Backöfen ergeben hätte. Oder durch einen Einsatzplan einer Truppe an Kältemaschinen – denn, je nachdem, wann man welche einschaltet, wird dabei weniger Energie verbraucht. „Es ist fast, als hätte jede dieser Kältemaschinen eine eigene Persönlichkeit“, schmunzelt Mörzinger.

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Ende des Jahres online

Gegen Ende des Jahres soll Keea fertigstudiert haben und als SaaS-Lösung („Software as a Service“) verfügbar sein. Zu Beginn will sich das Team um Mörzinger mit Keea vor allem an große Fabrikbetreiber mit hohen Energiekosten richten, denn da sei das Einsparpotenzial am höchsten. In Österreich werde etwa ein Drittel der Energie in der Industrie verbraucht und besonders viel würden auf die Produktion von Stahl oder Zement entfallen. Auch bei der Herstellung von Kunststoff oder Papier fallen die Energiekosten stark ins Gewicht, „weil die Produkte vergleichsweise billig sind“, weiß Mörzinger. Am Ende soll Keea aber auch für kleinere Unternehmen da sein.

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Hinter dem Text

Sara Grasel

Sara Grasel ist erfahrene Wirtschaftsjournalistin, leidenschaftliche Schreiberin und Chefredakteurin von Tech & Nature.

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