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Emissionen sparen

BOKU Wien: Elektro-LKWs bestehen dreijährigen Praxistest für emissionsfreien Güterverkehr

Auch Hofer wurde mit den Elektro-LKWs beliefert ©Hofer
Auch Hofer wurde mit den Elektro-LKWs beliefert ©Hofer

Während die Anzahl der Elektro-Autos stetig steigt, ist der Umstieg auf den elektrischen Antrieb bei LKWs noch mit einigen Hürden verbunden. Dass er aber möglich ist, hat jetzt ein frisch abgeschlossenes Projekt der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) gezeigt, so die Angaben der Projektbeteiligten in einer aktuellen Aussendung. Seit September 2018 waren insgesamt acht E-LKWs des Unternehmens Man im Rahmen des Council für nachhaltige Logistik (CNL) in Österreich unterwegs. Ziel war es herauszufinden, ob und wie ein Umstieg von Diesel-LKWs zu E-LKWS möglich sein könnte. Nach nun 999 Tagen Praxistest melden die Projektteilnehmenden vollen Erfolg – zumindest im städtischen Güterverkehr.

Insgesamt haben die acht E-LKWs in den letzten drei Jahren 500.000 Kilometer rein elektrisch zurück gelegt, so das stolze Resümee. Dabei wurden unter anderem DM Drogerie Markt, Hofer, Lidl Österreich, die Österreichische Post und Spar beliefert. Gegründet wurde das Council für nachhaltige Logistik (CNL) 2014 von Max Schachinger von der Schachinger Logistik. Dieser ist überzeugt von den Ergebnissen: „Auf allen internationalen Ebenen erleben wir jetzt eine Dynamik, wie sich der Fokus auf die politischen und wirtschaftlichen Lösungen der größten globalen Krise richtet. Wir haben im CNL mit emissionsfreier Stadtbelieferung Pionierarbeit geleistet und sehen, dass die Umstellung auf E-LKWs funktioniert.“

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350 Tonnen CO2-Emissionen gespart

Zwischen 34.000 und 92.000 Kilometer haben die LKWs zum Stichtag 08. Juni zurück gelegt, so die aktuellen Angaben. Das ergebe eine CO2-Einsparung von 350 Tonnen bei dem in Österreich durchschnittlich vorhandenen Strom-Mix bzw. 522 Tonnen bei Bezug von Ökostrom, so die Boku Wien. Technisch sei damit die Umstellung von Diesel- auf Elektro-LKWs in der Stadtbelieferung machbar. Schachinger Logistics will daher nun zukünftig möglichst elektrisch unterwegs sein, so zumindest die Angaben von Max Schachinger: „Wenn die Rahmenbedingungen passen, werden wir die Städte und Ballungsräume emissionsfrei beliefern. Die Fahrzeugangebote sind jetzt da. Die nächste große Herausforderung ist, emissionsfreie Logistik auch in die Regionen zu bringen, daran arbeiten wir mit Entschlossenheit.“

Das ist aber nicht die einzige Herausforderung, so die Boku. Derzeit erschweren die rasche Umstellung auf E-LKWs noch die sehr hohen Preise der E-LKWs, so die Projektbeteiligten. Daher wird sich also noch zeigen müssen, ab wann der städtische Güter-LKW-Verkehr tatsächlich emissionsfrei von Statten gehen könnte.

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