Essen & Trinken

Bill Gates investiert in Labor-Fleisch aus Tierzellen

Spieße mit Entenfleisch aus dem Labor © Memphis Meats
Spieße mit Entenfleisch aus dem Labor © Memphis Meats

Kann Labor-Fleisch zur Lösung der Klimakrise beitragen? Eine steigende Zahl an Jungunternehmen glaubt fest daran und überzeugt damit auch immer mehr Investoren. Zuletzt steckte beispielsweise eine illustre Runde aus unter anderem Microsoft-Milliardär Bill Gates und Virgin-Milliardär Richard Branson stolze 161 Millionen Dollar in das kleine kalifornische Unternehmen Memphis Meats. Zu den Investoren zählen auch zwei der größten Konzerne im Bereich Tier-Protein und -Futter, Cargill und Tyson Foods.

Huhn, Ente und Rindfleisch

Mithilfe der neuen Investoren hofft Memphis Meats nun, künstlich gezüchtetes Fleisch rasch auf den Markt bringen zu können. Das Prinzip der Herstellung ist denkbar einfach: Wenige Tierzellen werden in einer speziellen Umgebung aus Nährstoffen vermehrt. Auf diese Art züchtet das kalifornische Startup Hühnerfleisch, Ente und Rind. Schmecken soll es genauso, wie das Äquivalent lebender Tiere – lediglich die Konsistenz kann anders sein, da es sich in der Zusammensetzung von Fett und Muskelfasern unterscheidet.

+++ Sieht aus wie ein Steak, schmeckt wie ein Steak, ist aber ein Pilz  +++

Teure Produktion

Bis das Fleisch aus Tierzellen tatsächlich auf den Markt kommt, gibt es aber einige Hürden zu bewältigen. Und zumindest eine davon kann mit Geld von Investoren gelöst werden: Die Produktion ist sehr teuer, hauptsächlich aufgrund des Wachstumsmediums und der Nährstofflösungen, die für die Kultivierung der Zellen benötigt werden. Ein knappes halbes Kilogramm Memphis Meat kostete 2018 laut einem Bericht in Wired in der Produktion noch stolze 2.400 Dollar. Durch Skalierung der Produktion und der Entwicklung kostengünstiger Nahrung für die Zellen sollen diese Kosten signifikant sinken, hofft CEO Uma Valeti.

Ein anderes Problem am Weg ins Supermarktregal ist die Zulassung. In den USA sind dafür gleich zwei Behörden zuständig, nämlich die Lebensmittelbehörde FDA und die FSIS, eine Stelle des Landwirtschaftsministeriums, die für Lebensmittelsicherheit zuständig ist.

+++ Ein Berliner Startup will, dass du Fleisch für den Naturschutz isst  +++

Auch Europa arbeitet an Laborfleisch

Trotz dieser Hürden gilt künstlich gezüchtetes Fleisch als Milliardenmarkt. Das Good Food Institute zählte für eine Marktanalyse bereits Ende 2018 27 Unternehmen, die sich diesem Thema widmen. Die meisten davon wurden in den USA gegründet, mit Meatable und mosameat sind aber auch zwei niederländische Firmen und mit Cubiq Foods ein Unternehmen aus Spanien dabei. 2018 sollen insgesamt rund 73 Millionen Dollar Risikokapital in zell-gezüchtetes Fleisch geflossen sein. Alleine die jüngste Investmentrunde in Memphis Meats zeigt, wie stark das Thema gerade boomt.

+++ Dieses faschierte Pflanzenfleisch schmeckt nach Schwein  +++

Finanzspritze für Memphis Meats

Bill Gates und Richard Branson investieren in Laborfleisch des kalifornische Startups.

Posted by Tech & Nature on Friday, January 24, 2020

Mehr Tech & Nature

Startup-News by

Weiterlesen