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Bambusfahrräder: Leicht wie Alu, aber besonders nachhaltig

Jonas Stolzke und Maximilian Schay haben my Boo gegründet © my Boo
Jonas Stolzke und Maximilian Schay haben my Boo gegründet © my Boo

Ein Fahrrad aus Bambus? Das klingt zunächst wie eine Öko-Nische. Allerdings: Das Material könne Aluminium, Stahl und Carbon die Stirn bieten, sei dabei aber besonders nachhaltig, meinen die Gründer des deutschen Startups my Boo. Ihre Werkstatt steht in Ghana und Bambus wächst dort wild. Wird die Pflanze geerntet, wächst sie in einer Rekordzeit von drei Jahren nach. Die Fahrräder, es sind rund 20 verschiedenen Modelle, verkaufen sich so gut, dass das Jungunternehmen in Ghana auch in große Sozialprojekte investieren kann. In der „my Boo X Yonso Project Model School“ lernen mittlerweile mehr als 200 Schülerinnen für ihre Zukunft und in den nächsten Jahren sollen dort bis zu 1.000 Kinder diese Chance haben.

Zwei Studenten, ein Foto

Angefangen hat alles 2012. Maximilian Schay und Jonas Stolzke waren frisch an der Uni Kiel und hatten den Traum eines eigenen Unternehmens, am liebsten sozial, innovativ und wirtschaftlich erfolgreich. Ein Foto eines Bambusfahrrads aus Ghana brachte sie dann auf die Idee, solche Räder nach Europa zu bringen. Es dauerte nur zwei Jahre, bis sie gemeinsam mit einem Partner in Ghana, „Yonso Project“, Werkzeuge, Prozesse und Werkstatt so weit hatten, dass sie die ersten Räder verkaufen konnten. Mittlerweile sind die Bikes von my Boo bei rund 150 Händlern in ganz Europa erhältlich. Die Räder kosten ab rund 1.800 Euro – einen Bambusrahmen gibt es ab rund 1.000 Euro.

Soziales Engagement vor Ort

Stolzke und Schay geht es aber nicht nur um ein nachhaltiges Produkt, sie haben auch ein sozial engagiertes Unternehmen aufgebaut – „entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, wie sie betonen. In Ghana beschäftigt my Boo rund 40 Mitarbeiter, die sozialversichert sind und deren Lohn bis zum Dreifachen des Mindestlohns in dem Land beträgt. Die Erlöse fließen seit 2014 in Bildungsprojekte in der Region. „Somit bringen wir einen nachwachsenden Rohstoff, konkretes soziales Engagement in Ghana und höchste Produktqualität miteinander in Einklang“, sagen die Gründer. „Wir möchten zeigen, dass sich diese Ziele nicht widersprechen, sondern dazu führen, dass Unternehmen sehr erfolgreich und gleichzeitig mit positivem Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft handeln können“.

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