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Eröffnung 2022

Amsterdam: Fahrradparkhaus bietet auch Fischen ein Zuhause

Konzept für das Parkhaus für Fahrräder in Amsterdam © VenhoevenCS
Konzept für das Parkhaus für Fahrräder in Amsterdam © VenhoevenCS

In den Niederlanden gibt es für eine Bevölkerung von 17 Millionen Menschen satte 22,5 Millionen Fahrräder. Zwar ist diese gewaltige Menge an Drahteseln sehr wichtig für eine nachhaltige Mobilität, jedoch verbraucht sie auch viel Platz. Oft haben Menschen Probleme damit, Abstellplätze zu finden. Deswegen ist das Land momentan dabei bis 2025 Platz für weitere 100.000 Fahrräder zu schaffen. In Amsterdam entsteht jetzt ein Parkhaus, das den Geist der Nachhaltigkeit besonders stark betont. Es soll nämlich im Wasser stehen und über Funktionen verfügen, die das Leben im Wasser unterstützen, schreibt The Fast Company.

„Auswirkungen bei Bauarbeiten minimieren“

Der Entwurf des Parkhauses stammt vom Architektur- und Stadtplanungsbüro VenhoevenCS in Kooperation mit den Unternehmen Van Hattum en Blankevoort und DS Landschapsarchitecten. Es soll hinter dem Amsterdamer Hauptbahnhof als Teil einer halbschwimmenden Struktur entstehen, die ursprünglich dazu dienen sollte, den Kai, an dem sich der Bahnhof befindet, vor Bootsunfällen aus dem angrenzenden Fluss zu schützen. Der Bauherr beschloss laut den Architekt:innen, dort Fahrradparkplätze einzurichten, da es in der Stadt immer einen Mangel an Parkplätzen gibt.

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„Da wir ein bestehendes Biotop – die Heimat von Fischen und Pflanzen – zerstörten, mussten wir auch Maßnahmen ergreifen, um einen besseren Lebensraum für das Wasserleben zu schaffen als zuvor. Als Designer muss man sich bewusst sein, dass man die Umwelt verändert, und es ist wichtig, die Auswirkungen seiner Arbeit zu minimieren. Unser Ziel war es, über die Minimierung der Auswirkungen hinauszugehen und die Bedingungen zu verbessern, indem wir in jeder Phase des Prozesses achtsam waren. Während der Bauarbeiten haben wir so gearbeitet, dass das Flussbett und das umgebende Biotop nur minimal gestört wurden“, erzählt Danny Esselman, leitender Architekt bei VenhoevenCS.

Parkhaus bietet Platz für Wasserleben in Amsterdam

Die Garage, die 2022 eröffnet werden soll, bietet Platz für 4.000 Fahrräder. Die Struktur ist so konzipiert, dass sie das Wasserleben im Fluss unterstützt. Durch den porösen Beton sollen sich beispielsweise Pflanzen und Muscheln an den Wänden festsetzen. Kokosnussmatten würden zur Reinigung des Wassers beitragen und der Vegetation einen weiteren Platz zum Wachsen bieten. Netzkörbe sollen Jungfischen Schutz bieten. Außerdem soll es ein eigenes Netz geben, das Plastikabfälle auffängt.

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Wichtig war für die Architekt:innen auch, das Gebäude für Radfahrer:innen möglichst attraktiv zu machen. „Ein gutes Design bedeutet, dass Radfahrer das Parkhaus nutzen wollen“, sagt Esselman. „Das bedeutet gute Zugänglichkeit, ein geringer Höhenunterschied, effiziente Verkehrsströme, eine sichere und helle Umgebung und die Verwendung ästhetisch schöner Materialien. Die Radfahrer werden vom Eingang auf dem Boulevard in einer sanften Bewegung nach unten geführt. Diese Bewegung lädt dazu ein, in aller Ruhe und ohne Stress zu einem Parkplatz zu gleiten“. Fahrräder sind in den Niederlanden schon sehr dominant, also ist eine Verbesserung von deren Infrastruktur auch ein Vorteil für die Umwelt.

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