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Wasser speichern

AgroBiogel: Tullner Startup schützt Landwirtschaft mit Bio-Gel vor Dürren

Das Gründerteam von Agrobiogel ©Keith Nyanhongo
Das Gründerteam von Agrobiogel ©Keith Nyanhongo

2020 war global betrachtet um rund 1,2 Grad Celsius heißer als in der vorindustriellen Zeit zwischen 1850 und 1900. Das gab die Nasa Anfang des Jahres bekannt und machte außerdem darauf aufmerksam, dass nach der aktuell heißen Dekade die Forschenden ein noch heißeres Jahrzehnt prognostizieren, wir berichteten. Solche Extremtemperaturen wirken sich dann natürlich auch entsprechend auf die Landwirtschaft aus. Durch langanhaltende Hitzeperioden drohen Dürren, durch welche Nutzpflanzen verdorren. Das erhöht die weltweite Gefahr der Nahungsunsicherheiten.

Dagegen möchte nun ein junges Tullner Startup vorgehen. Das Jungunternehmen AgroBiogel hat ein agrochemisches Gel entwickelt, welches die Wasserspeicherfähigkeit der Erde erhöht und die Fruchtbarkeit erhöht. Dabei sei es zu 100 Prozent bio und bestehe aus Holzabfällen der Holzindustrie, so das Jungunternehmen. So werde auch eine funktionierende Kreislaufwirtschaft gestärkt.

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40 Prozent des nötigen Wassers werden gesparrt

„Wir merken wie es immer trockener wird. Wenn wir meine Großeltern in Zimbabwe besuchten registrierten wir außerdem, dass auf ihrem Feld nur noch schwer etwas wächst. Dazu häufen sich auch in Europa die Dürreperioden“, so Keith Nyanhongo. Er ist Teil des heute 15-köpfigen Startup-Teams und der Sohn von Gibson Nyanhongo. Dieser sei der Erfinder des wasserspeichernden Gels. Gegründet wurde Jungunternehmen heuer im Jänner, als Spin-Off der Universität für Bodenkultur Wien, von Gibson Nyanhongo, Johannes Paul Schwarz und Enrique Nacif.

Mit dem Einsatz des von ihnen entwickelten AgroBiogels soll nun eine Lösung gegen die Gefahren von künftigen Dürren gefunden worden sein. Das Gel wird in die Erde gegeben und fungiert da als „Superabsorber“, so das Startup. Flüssigkeit wird durch dieses gespeichert und danach bei Bedarf wieder langsam abgegeben. Dadurch können dann andernfalls nötige Wasser-  oder Düngermengen gesparrt werden, so Nyanhongo: “Um die weltweite Ernährung zu sichern, muss es Möglichkeiten geben, unproduktive Böden ins Gegenteil umzuwandeln. Wenn dazu noch bis zu 40 % des nötigen Wassers gespart wird, umso besser.”

Das ist das AgroBiogel ©Keith Nyanhongo
Das ist das AgroBiogel ©Keith Nyanhongo

Nach einigen Jahren zerfällt das Gel dann zu Humus, so AgroBiogel. So erhöht sich die Bodenfruchtbarkeit und es werden auch „unproduktive Böden, wie Sandböden, wieder produktiv.“

Internationale Expansion geplant

Nun will das Jungunternehmen mit seinem Produkt auch den nationalen und internationalen Markt überzeugen. Dafür werde man Ende des Sommers eine Pilotanlage fertig stellen, so das Startup. Durch diese soll das Herstellungsverfahren hochskaliert werden. Interesse scheint das niederösterreichische Unternehmen in der Branche schon geweckt zu haben. „Wir haben bereits erfolgreich strategische potenzielle Vertriebspartner identifiziert und begonnen, mit ihnen zusammenzuarbeiten und Feldversuche vorzubereiten“, so Nyanhongo.

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Für die kommenden Jahre plant AgroBiogel mit Gärtner:innen und Landwirt:innen sowohl hierzulande, als auch international zusammenzuarbeiten. Dafür wolle man dann auch „in strategisch ausgewählte Orte expandieren“, so die ehrgeizigen Pläne des niederösterreichischen Jungunternehmens.

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