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Emissionen senken

Deep Branch: Startup schnappt sich 8 Mio. Euro für Tierfutter aus recyceltem CO2

Der CEO Peter Rowe ©Deep Branch
Der CEO Peter Rowe ©Deep Branch

Startups, welche CO2 verwerten, sind gefragt. Das zeigt erneut eine aktuelle Investmentrunde. Das niederländische/ britische Startup Deep Branch konnte in einer aktuellen Finanzierungsrunde acht Millionen Euro generieren. Das Startup nutzt mittels Direct Air Capture-Technologie gefiltertes CO2 aus den Rauchfängen in Industrieanlagen und verwendet es  gezielt weiter. Statt in einem unterirdischen Lager zu verschwinden, wird aus dem abgeschiedenen CO2 des Startups in Verbindung mit Wasserstoff ein Produkt namens Proton. Das wird zu Futtermittel für Fische, Hühner und andere Nutztiere weiter verarbeitet.

Gasfermentierung wandelt CO2 um

Seit 2018 arbeitet das Startup bereits an ihrem Produkt, um die CO2-Emissionen zu senken. Aus dem abgeschiedenen CO2 wird in einem Gasfermentierungs-Prozess mit Mikroorganismen in  Verbindung mit Wasserstoff  einzelliges Protein. Dieses wird dann zum Futtermittel und kann so eine Alternative zu Soja oder Fischmehl in der industriellen Tierhaltung sein. Andere Single-Cell-Proteein- Technologien nutzen bisher Methan oder Zucker als Ausgangsstoffe. Laut Angaben von Deep Branch kann ihre Technologie zur einzelligen Proteingewinnung aus CO2 einen 90 Prozent kleineren CO2-Fußabdruck bei einer Tonne Futterprotein vorweisen und die Kosten sollen zudem deutlich geringer sein. Vom Nährwertprofil soll es Fischmehl gleichen.

So sieht das Proton final aus ©Deep Branch
So sieht das Proton final aus ©Deep Branch

Markteintritt für 2023 geplant

Bis das Startup aber sein Produkt nun auf den Markt bringt, werden nach aktuellen Plänen noch zwei Jahre vergehen. So soll die erste kommerzielle Produktion des Proton erst 2023 stattfinden. Mit dem aktuellen Investment will Deep Branch nun im niederländischen Limburg  zunächst erste Chargen des Produktes im Pilotmaßstab produzieren, um sie anschließend mit einigen von Europas führenden Futtermittelherstellern ernährungswissenschaftlich zu validieren.

Produktionsanlage in Norwegen geplant

Außerdem plant das Startup eine erste kommerzielle Produktionsanlage erbauen. Auch wenn das Startup bisher in Großbritannien und den Niederlanden tätig ist, sind diese beide Länder nach heutigen Angaben des Unternehmen wahrscheinlich nicht im Rennen um die erste Anlage dabei. „Wir schließen gerade eine Kartierung ab, um den optimalen Standort für unsere erste kommerzielle Proton-Produktionsanlage zu bestimmen. Norwegens weltweit führende Position sowohl in der Lachsindustrie als auch in der Produktion von kohlenstoffarmem Wasserstoff macht es aus Sicht der Abnahme und des Inputs ideal und steht daher ganz oben auf unserer Liste. Auf der Wunschliste liegt Norwegen im Moment oben“, so der CEO von Deep Branch Peter Rowe.

Die Forschung an ihrer Technologie abgeschiedenes CO2 zu Futtermittel-Protein weiter zu verarbeiten, wurde im Rahmen des EU-Förderprogramms Horizon 2020 gefördert. Die aktuelle Finanzierungsrunde wurde angeführt von Novo Holdings and DSM Venturing.

 

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