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Rad-PKW-Konflikt

Zukunftsidee: 3D-gedruckter schwebender Radweg als Ergänzung für bestehende Brücken

So könnte der zusätzliche Radweg unterhalb der bestehenden Brücke aussehen ©RISD
So könnte der zusätzliche Radweg unterhalb der bestehenden Brücke aussehen ©RISD

Dieses Problem betrifft Ortschaften in der ganzen Welt: Damit die CO2-Emissionen im Verkehr sinken, muss die Zahl der Verbrenner im Straßenverkehr reduziert werden. Das ist Allgemein bekannt und rückt Stück für Stück auch in das Visier der politischen Akteur:innen. Die Europäische Kommission präsentierte kürzlich den Maßnahmenkatalog „Fit for 55“. In diesem visiert die Kommission als finales Ende für Neuwägen mit Verbrenner-Motoren in dem Staatenverbund das Jahr 2035 an – wir berichteten. In Österreich könnte das Ende für Verbrenner sogar bereits fünf Jahre früher, also 2030, gekommen sein. Dafür sprach sich zumindest die österreichische Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Die Grünen) im kürzlich vorgestellten Mobilitätsmasterplan aus, wir berichteten. Fix sind beide genannten Daten allerdings noch nicht.

Aus für Verbrenner könnte in Österreich bereits 2030 kommen

Anzahl der PKWs reduzieren

Fix ist aber, dass ein einfaches Ersetzen von Verbrenner-Neuwägen mit Elektro-Autos insbesondere in den Städten keine nachhaltige Lösung ist. Für mehr Lebenskomfort in den Städten und der Möglichkeit mehr Grün in die Städte zu integrieren, was eine wichtige Grundlage für die natürliche Kühlung von städtischen Hitzeoasen darstellt, braucht es eine Reduzierung der bisher von PKWs genutzten Flächen. Das betrifft sowohl Straßen, als auch Parkplätze. Bisherige Lösungsansätze thematisieren häufig autofreie Innenstädte, zuletzt heiß diskutiert in Innsbruck und Graz, oder zumindest verkehrsberuhigte Innenstädte, durch entsprechende Umleitungen und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Für die Entzerrung der städtischen Parksituation wird des Weiteren häufig der Ausbau von unterirdischen Parkgaragen angedacht.

Somit könnten die Innenstädte in der Zukunft deutlich freundlicher und sicherer für Radfahrer:innen sein. Auf Hauptverkehrswegen und Zubringerstraßen treffen dann allerdings die motorisierten und nicht motorisierten Verkehrsteilnehmenden wieder aufeinander. Radwege, welche direkt neben viel befahrenden Straßen sind, könnten dabei für einige ein Argument sein, nicht auf das Rad umzusteigen. Teilweise ist die Einrichtung eines deutlich abgetrennten zusätzlichen Rad- oder Fußgängerweges schlicht aufgrund der baulichen Voraussetzungen nicht möglich. Ein Beispiel dafür sind teilweise historische Brücken, welche die verschiedenen Viertel in vielen Städten weltweit miteinander verbinden.

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Schwebende Brücke als sozialer Treffpunkt

Das Problem betrifft auch die Pell Bridge in Newport im amerikanischen Bundesstaat Rhode Island. Für diese haben jetzt Studierende der Rhode Island School of Design (RISD) eine mögliche Lösung entwickelt. Bei Erfolg könnte diese als Vorbild für vergleichbare Situationen auf der ganzen Welt dienen. Die Studierenden haben die Idee entwickelt, einen neuen Radweg aus Karbonfasern, die mit einem Verbundmembran ummantelt sind, in 3D zu drucken. Dieser 3D-gedruckte Radweg könnte dann an den bereits vorhandenen Pfeilern der Brüche befestigt werden und somit als schwebender zusätzlicher Weg fungieren.

Der Version des Entwicklungsteams nach, können entlang des Weges dann auch in geschützten Bereichen Restaurants oder kleine Geschäfte Platz finden und somit der Brücke auch eine neue Aufgabe verleihen. Auch wären die Menschen auf der Brücke dann durch die Überdachungen vor Niederschlag geschützt. Dabei seien bei der Erstellung der 3D-Modelle auch Herausforderungen, wie starke Winde und der zu erwartende Anstieg des Meeresspiegels, beachtet worden, gibt die Universität an.

„Ich hoffe, dass sich die Einwohner:innen von Rhode Island von diesen Entwürfen inspirieren lassen und dass wir bei künftigen Infrastrukturprojekten mehr innovative Elemente einbeziehen werden“, so der Senator von Rhode Island in einer Aussendung der Rhode Island School of Design.

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Erste 3D-gedruckte Brücke in Amsterdam

So interessant die Idee einer schwebenden 3D-gedruckten Fahrrad- und Fußgängerbrücke als modulare Adaption zu bereits bestehenden Brücken auch klingt, so unklar ist bisher das tatsächliche Umsetzungspotenzial. So sei bisher offen, ob das Projekt in Rhode Island auch umgesetzt wird, wie die Universität angibt. Entsprechend gibt es bisher auch keine Angaben zu möglichen Kosten eines solchen Projektes. Aber die Idee könnte den Anstoß für weitere Visionen geben. Denn der Konflikt zwischen Autofahrer:innen und der Radfahrer:innen wird in der Zukunft nicht unbedeutender werden. Dass es zumindest möglich ist, eine Fußgängerbrücke im 3D-Drucker zu erschaffen, wurde schon in Amsterdam bewiesen. Heuer im Juli wurde dort die weltweit erste Stahlbrücke aus dem 3D-Drucker installiert.

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