2,6 Milliarden Tonnen: Rekord-Einbruch bei CO2-Emissionen im Energiesektor

Sara Grasel - 30 Apr 2020

Erneuerbare Energie ist ein wichtiger Baustein © Unsplash

Langsam werden die Maßnahmen gegen das Coronavirus gelockert und damit werden auch die CO2-Emissionen wieder steigen. Für die Umwelt war es wohl nicht mehr als eine Verschnaufpause, aber zumindest eine bemerkenswerte. Laut Internationaler Energieagentur werden wir heuer weltweit 2,6 Milliarden Tonnen CO2 weniger ausstoßen als im Jahr davor – und zwar alleine durch den gesunkenen Energieverbrauch. Das entspricht laut der Ende April veröffentlichten Studie der IEA den Emissionen des Jahres-Energiebedarfs von ganz Indien.

Nachfrage nach erneuerbarer Energie steigt

Gemessen am gesamten Energiebedarf der Welt bedeutet das einen Einbruch um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Den größten Einbruch unter den verschiedenen Energiequellen verzeichnen jene, die am umweltschädlichsten sind. Die Nachfrage nach Energie aus Kohle wird laut IEA um 8 Prozent sinken, die nach Gas um 5 Prozent. Die Nachfrage nach erneuerbarer Energie dürfte heuer hingegen ansteigen, schätzt die Agentur.

Saubere Energie ins Zentrum der Regierungspläne

„Wenn wir aus den Entwicklungen nach der Finanzkrise von 2008 irgendwelche Schlüsse ziehen können, werden wir demnächst einen steilen Anstieg der Emissionen sehen, wenn sich die Wirtschaft erholt“, sagt IEA-Chef Faith Birol. Nachhaltig ist diese Entwicklung also nicht und um die Emissionen auch in den Folgejahren weiter zu senken und damit den Klimazielen der Vereinten Nationen näher zu kommen, muss das gesamte Energiesystem umgebaut werden. „Regierungen können aus vergangenen Entwicklungen lernen, indem sie saubere Energie-Technologien – erneuerbare Energie, Energieeffizienz, Speicher, Wasserstoff und Carbon Capture – ins Zentrum ihrer Pläne für den wirtschaftlichen Neustart stellen“, so Birol.

Herausforderung beim Ausbau

Erneuerbare Energiequellen spielen bereits in vielen Ländern eine große Rolle, aber selbst bei Vorreitern wie Österreich verlangsamt sich der Ausbau – oft schlicht, weil die dafür notwendigen Flächen fehlen oder eine Nutzung derzeit noch nicht gefördert wird. Laut einer aktuellen Studie von Oesterreichs Energie würde ein Ausbau aller geeigneten Dächer und Fassaden mit Photovoltaik in Österreich lediglich 4 Terawattstunden bringen, notwendig sind aber 11 Terwattstunden, wenn die Ziele der Regierung erreicht werden sollen. Nun wird der Ruf nach mehr Möglichkeiten bei der Flächen-Photovoltaik lauter – man müsse eben auch nicht versiegelte Flächen nutzen dürfen.

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Erneuerbare billiger als Kohlestrom

Die Technologien in diesem Bereich machen so große Fortschritte, dass es demnächst in fast allen Ländern billiger sein wird, erneuerbare Energiequellen zu nutzen als Kohlekraftwerke. Bereits jetzt liegen die Kosten für Strom aus neu zu errichtenden Photovoltaik- oder Windenergie-Anlagen in allen großen Märkten unter denen neu zu errichtender Kohlekraftwerke. Das geht aus einer Studie des internationalen Think-Tanks Carbon Tracker Initiative hervor. Und bis 2030, schätzen die Studienautoren, werde das auch für existierende Kohlekraftwerke gelten.

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Sara Grasel

Sara Grasel ist erfahrene Wirtschaftsjournalistin, leidenschaftliche Schreiberin und Chefredakteurin von Tech & Nature.

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