Erfindung

24-jährige Spanierin entwickelt ersten Brustkrebsschnelltester für Zuhause

Judit Giró Benet entwickelt ersten Brustkrebsschnelltester für Zuhause ©Dyson Austria GmbH
Judit Giró Benet entwickelt ersten Brustkrebsschnelltester für Zuhause ©James Dyson Foundation 2020

In Österreich erkranken rund 5.600 Frauen jährlich an Brustkrebs. Um das zu verhindern, ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Arzt wichtig. Die 24-jährige Judit Giró Benet hat nun die “Blue Box”  entwickelt und gewann damit den internationalen James Dyson Award.  Mit der “Blue Box” können Frauen von zuhause aus per Urinprobe selbst eine Brustkrebsfrüherkennung durchführen. So können sie sich selbst regelmäßig testen und die Brustkrebsgefahr wird gesenkt.

Erstmalig wurde heuer auch ein Nachhaltigkeitspreis im Zuge der Preisverleihung vergeben. Gewonnen hat diesen der 27-jährige Phillipino Carvey Ehren Maigue mit der von ihm entwickelten  “AuREUS” Technology. Hierbei wird Feldabfall zu einem Material umwandelt, das UV-Licht sammelt und in Energie umwandelt – unabhängig ob die Sonne scheint oder nicht. Beide Preisträger erhalten jeweils 35.000€ Förderung. 

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Brustkrebsfrüherkennung mittels Urinprobe und KI

Judit Giró Benet ist 24 Jahre alt, die Erfinderin der Blue Box und erhält den internationalen James Dyson Award. Nachdem die Mutter der Spanierin selbst an Brustkrebs erkrankte, wurde ihr bewusst, dass eine einfache und zugängliche Brustkrebsvorsorge bisher weltweit fehlt. Bisher handelt es sich bei der bisherigen Behandlung um einen medizinischen, manchmal schmerzhaften und in einigen Ländern kostspieligen Eingriff. 

Nach Aussage des österreichischen Gesundheitsministeriums nutzen bisher nur rund 41 Prozent der Frauen zwischen 45 und 69 Jahren die Mammographie zur Früherkennung in Österreich. Diese Altersgruppe hat das größte Risiko zu erkranken. Somit können Krebserkrankungen teilweise erst zu spät festgestellt werden. In der von Benet entwickelten Methode testen sich die Frauen mittels Urinprobe. Die biomedizinische “Blue Box” führt eine chemische Analyse der Urinprobe durch und sendet die Ergebnisse an die Cloud. 

Der KI-basierte Algorithmus reagiert auf spezifische Stoffwechselprodukte im Urin und liefert dem Anwender per App schnell Auskunft und verbindet bei einem positiven Ergebnis zu einer medizinischen Fachkraft. Noch ist die Blue Box nicht am Markt aber mit der Unterstützung durch die Förderung stehen in nächster Zukunft klinische Studien mit Menschen und Patentanmeldungen an.

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Solarenergie aus verrotteter Ernte

Der 27-jährige Carvey Ehren Maigue entwickelte die “AuREUS” Technology und gewinnt damit den ersten Nachhaltigspreis des James Dyson Awards. Der von den Philippinen stammende Gewinner, verband mit seiner Erfindung zwei Probleme zu einer Lösung: Durch schwere Unwetter, die die Inselgruppe häufig treffen, verlieren viel Bauern ungenutzt ihre Ernte und die Abfälle verrotten. Solarkollektoren können nur sichtbares Licht einfangen und müssen der Sonne zugewandt sein um Energie erzeugen zu können. So verbrauchen sie viel Fläche. 

Maigue nutzt die Abfälle als UV-absorbierende Verbindung für sein Substrat. Wird das Material an Fenster oder Wände angebracht, sammelt es UV-Licht und verwandelt es in sichtbares Licht, unabhängig davon ob die Sonne scheint. Die im Material enthaltenen Partikel absorbieren UV-Licht und beginnen dadurch zu glühen. Im Ruhezustand der Partikel entfernen sie überschüssige Energie dann in sichtbare Energie und die wird dann in Strom umgewandelt. 

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Aktuelle Tests haben ergeben, dass sich mit der Methode 48 Prozent der Zeit Strom erzeugen lässt, nach Angabe des James Dyson Award können herkömmliche photovoltaische Zellen hingegen nur 10-25 Prozent der Zeit nutzen. Im Moment arbeitet der junge Phillipino an Möglichkeiten das Material neben Fenstern und Wänden auch an Autos, Flugzeugen und Booten anzubringen.

Nationaler James Dyson Award geht nach Graz

250 Erfindungen wurden heuer weltweit von dem James Dyson Award gefördert. Den nationalen Award Österreichs konnte heuer Carmen Maier aus Graz für sich beanspruchen. Das von ihr entwickelte Überwachungssystem “Lune” ist ein Halsband, dass durch Sensoren die Kopfposition und Atmungsaktivitäten von Schlafapnoe-Patienten misst. 

Sollte die Zungenmuskulatur der Schlafenden erschlaffen, beginnen in dem Halsband verbaute Elektrode die Muskeln zu stimulieren und den Schluckreflex auszulösen. Die Zunge gleitet dann wieder in die optimale Position. Im Notfall kann das Halsband auch einen Airbag auslösen, der den Kopf in die richtige Position bringt. Neben den so verbesserten Symptomen von Schlafapnoe-Patienten, besteht auch die Möglichkeit durch “Lune” eine nachhaltige Verbesserung der Erkrankung zu erreichen.

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