Von A nach B

1-2-3-Ticket: Was über das österreichweite Öffi-Ticket bereits bekannt ist

Zug, ÖBB, Schienen, Züge, Bahn, Pendeln
© Unsplash

Letztes Update: 17.6.2020

Das 1-2-3-Ticket ist eines der nachhaltigen Leuchtturmprojekte der türkis-grünen Bundesregierung. Um 3 Euro pro Tag soll man alle Öffis in ganz Österreich nutzen dürfen, um 2 Euro pro Tag darf man in zwei Bundesländern fahren und um 1 Euro in einem Bundesland. Die Details zu diesen Plänen werden aber nur schrittweise bekannt – etwa bei der Regierungspräsentation des AUA-Deals. Tech & Nature fasst alles, was zum 1-2-3-Klimaticket bereits angekündigt wurde, hier zusammen:

Wann kommt das 1-2-3-Ticket und wieviel kostet es?

Das Ticket wird ab 2021 schrittweise ausgerollt. Zunächst wird es die österreichweite Jahreskarte um 3 Euro täglich, also 1.095 Euro pro Jahr geben. Für Jugendliche unter 26 Jahren und für Senioren über 64 Jahren wird es einen eigenen Tarif geben, der um 25 Prozent billiger ist, also 820 Euro kosten wird. Um 109 Euro können Besitzer eines Tickets ein Zusatzticket für bis zu vier mitreisende Kinder unter 15 Jahren kaufen.

Die anderen beiden Ticket-Varianten müssen noch mit den einzelnen Bundesländern verhandelt werden. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler ließ durchklingen, dass das möglicherweise länger dauere als bis nächstes Jahr.

Wie wird das Ticket finanziert?

Für den ersten Schritt des österreichweiten Tickets ab 2021 hat Klimaschutzministerin Leonore Gewessler eine Finanzierung von 240 Millionen Euro als gesichert angekündigt. Für die übrigen Tickets müssen wohl weitere Mittel locker gemacht werden. Experten rechnen mit einem Bedarf an Fördermitteln in Milliardenhöhe.

Mit welchen Verkehrsmitteln dürfen Ticket-Besitzer fahren?

Diese Frage ist noch offen, verhandelt wird mit allen Verkehrsverbünden. Zuletzt gab es am 15.6. einen Termin im Verkehrsministerium mit Klimaschutzministerin Gewessler und den Vertretern der sieben Verkehrsverbünde (Wien, NÖ und Burgenland sind gemeinsam im Verkehrsverbund Ostregion VOR), den vier Stadtverkehrsunternehmen und Vertretern der Bahn (ÖBB und Westbahn). Dort ging es unter anderem um komplizierte Abrechnungsmodelle, denn die größte Hürde ist es, wie die Einnahmen aus dem Ticket aufgeteilt werden. Einigung gab es dazu noch keine.

Wie wird das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln ausgebaut?

Das Öffi-Angebot wird gleich an mehreren Stellen ausgebaut. Die ÖBB wollen alleine heuer 2,3 Milliarden Euro in den Bahnausbau investieren.

Gewessler kündigte an, dass die ÖBB 500 Millionen Euro in neue Nachtzüge und damit weitere Nacht-Verbindungen investieren wird. Innerhalb Österreichs sollen Nachtzüge ab 2024 mit 10 Millionen Euro jährlich staatlich subventioniert werden.

Zudem werden sich die ÖBB bemühen, innerösterreichische Verbindungen in Großstädte wie Graz, Linz, Salzburg oder Innsbruck besser zu bespielen. Hintergrund ist eine Klausel im Rettungs-Deal für die Fluglinie AUA. Schafft die Bahn eine Strecke unter drei Stunden, darf die AUA die Flugverbindung nicht mehr anbieten. Für andere Fluglinien werden Kurzstrecken zumindest weniger attraktiv, da Tickets nicht mehr weniger kosten dürfen als Steuern und Gebühren ausmachen, also rund 40 Euro und zusätzlich für Strecken unter 350 Kilometer eine Flugticketabgabe von 30 Euro fällig wird.

Wie Wasserstoff-Züge alte Dieselstrecken umweltfreundlich machen

Mehr Tech & Nature

Startup-News by

Weiterlesen